Dienstag, 3:30 Uhr wecken. Husch husch unter die Dusche, anziehen, schneller Kaffee, die restlichen Klamotten im WoMo zusammen mit der Lieblingsfrau und Schwiegervater verstauen und ab geht‘s Richtung Norden, die Familie für ein paar Tage in Seedorf am Schaalsee besuchen.
Ist das nur bei uns so? Oder bei euch auch? Offensichtlich interessiert die anstehende Fußball-WM kein Schwein. Keine Autos, die mit diesen bekloppten Flaggen geschmückt sind, keine Fahnen an den Häusern – nix irgendwie. Warum nur? Dabei sollten wir dem schwachsinnigen Möhrenmann und seiner devoten Billardkugel der FIFA doch dankbar sein. Es geht doch um Völkerverständigung. Einigkeit. Oder etwa nicht?
Wir hatten lange hin und her überlegt, ob wir fahren sollen. Wettertechnisch sollte es ja schon passen, wenn man mit dem Wohnmobil unterwegs ist. Passte aber nur so lala. Wir bereuten es dennoch nicht, gefahren zu sein.
Ich bin wieder zu spät. Eigentlich bin ich selten zu spät. In dieser Sache allerdings regelmäßig. Je näher das Ende des Winters kommt, desto mehr Dinge schwirren in meinem Kopf herum, die ich mit Beginn des Frühjahrs machen will. Sind die berühmten R-Monate rum, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Mensch, du hast ja noch die Winterreifen drauf.
Am Wochenende besuchten wir die Ausstellung Bau1haus von Jean Molitor in der Mischanlage auf Zollverein. Zollverein geht immer irgendwie. Zollverein? Kennze nicht? Dann wird’s aber mal Zeit.
Neulich las ich, dass das Leben ohne den Tod nicht zu haben sei. Dieser Spruch ist für unsere aktuelle Situation sehr passend. Denn im Moment wird um uns herum recht viel gestorben. Mit direktem oder indirektem Bezug.
Weihnachten vorbei, Sylvester vorbei, Schneechaos vorbei. Mein Alltag wird wieder normaler und ich versöhnlicher. Zeit, um wieder mit Unternehmungen zu starten – geplant oder ungeplant.
Wir stellen fest: Mann trägt wieder Hut, gelegentlich auch Frau. Aber überwiegend Mann. Das fiel uns in letzter Zeit immer wieder bei unseren regelmäßigen Saunabesuchen auf. Grund genug, sich damit mal gedanklich auseinanderzusetzen, auch wenn das Ganze mal wieder ein wenig aus dem Ruder lief.
Es gibt schöne Dinge aus dieser Stadt zu berichten. Im Foyer des Velberter Forums steht wieder der Wunschbaum. Ein mit goldenen Sternen geschmückter Tannenbaum, der mehr ist als nur Dekoration. Jeder dieser Sterne trägt den Weihnachtswunsch eines Kindes, dessen Familie sich das Geschenk nicht leisten kann.
Der Senf ist aus. Ich bevorzuge da ja eine ganz bestimmte Marke. Manch einer mag jetzt denken – wie jetzt? Eine bestimmte Marke? Senf ist Senf. Also der normale Senf, ohne irgendwelche zugesetzten Aromen. Stimmt vielleicht. Aber irgendwie hab ich mich auf diesen einen Senf eingeschossen. Erst gab‘s den nur in so einem Plastiktöpfchen, dann in Gläsern. Gut so. Plastik will man ja nicht mehr.






































