Druckbetankung in Sachen Fotografie an diesem Wochenende. Zumindest für die Lieblingsfrau. Am Samstag ging es für sie erstmal nach Essen zu einem sechsstündigen Workshop, am Sonntag dann gemeinsam nach Köln zur Fujikina. Dort gab es den Nachschlag: noch ein Workshop, diesmal für uns beide.
Straßenfotografie ist seit jeher Teil meiner fotografierenden Lebensabschnitte. Von meinem ersten Gehalt kaufte ich mir Anfang der 80er eine Nikon EM und fing recht schnell damit an, meine Fotos selber zu entwickeln. Natürlich sehr zur Freude meiner Eltern, die in dieser Zeit das Badezimmer nicht nutzen konnten. Auch meine Maßnahmen zur Verdunkelung des Badezimmers kamen seeehr gut an. Hilft ja nix. Um Fotos zu entwickeln braucht man absolute Dunkelheit.
Friesland ist flach. Aber sowat von. Ich erwähnte das ja neulich. Keine Berge, kein Wald. Nix steht im Weg. Landschaftsfotografie ist jetzt nicht soooo meins Ich treibe mich mit der Kamera ja lieber auf der Straße rum. Streetfotografie halt. Ich wollte diese Landschaft jetzt nicht so fotografieren, wie sie sich immer darstellt. Keine satten Grüntöne, kein goldenes Abendlicht, keine Postkarten-Idylle. Schwarzweiß hat mich hier gereizt, weil es die Landschaft auf das reduziert, was tatsächlich trägt: Linien, Kontraste, Struktur. Ein Seezeichen im Watt, eine Deichstraße, die sich bis zum Horizont zieht, ein Schaf als Ersatz für Menschen und das auch überhaupt keine Probleme mit dem Datenschutz hat – all das funktioniert…
Hach … heute Morgen ging’s ja mit den Temperaturen. Da fällt das Atmen irgendwie leichter und die Luft ist sehr angenehm. Die dicken Hummeln scheinen das auch so zu sehen.
Heute ist hier mal wieder Fotos kucken angesagt, wenn du magst. Als Ruheständler mit viel Tagesfreizeit, war ich mal wieder in Wuppertal Elberfeld unterwegs. Seit ich im Ruhestand bin, ist das Fotografieren, insbesondere die Streetfotografie, wieder zu einer wunderbaren Beschäftigung geworden. Einfach ohne Plan loslaufen und schauen, was in der Stadt so los ist. Mein schwarzweißer Spaziergang durch Wuppertal Elberfeld:
Streetfotografie macht man in Schwarzweiß! Nein, macht man nicht. Nicht immer, finde ich. Gerade in Sevilla, bei diesem besonderen Licht und den vielen Farben in den Gassen funktioniert es auch in Farbe ganz gut. In manchen Situationen passt Farbe dann einfach besser. Normalerweise stelle ich meine Kamera direkt auf schwarzweiß um, bevor ich losziehe. Ich kann dann sofort sehen, ob das Bild so für mich funktioniert oder nicht. Das macht die Sache zu Hause am PC wesentlich einfacher, denn ich muss die Fotos nicht extra in schwarzweiß umwandeln. Da ich in Sevilla aber nur mein IPhone dabei hatte, ging das nicht. Keine Ahnung ob man das am IPhone überhaupt so…
Sevilla ist eine Stadt, die mich fotografisch nicht in Ruhe gelassen hat. Man läuft durch eine Gasse, biegt um eine Ecke – Motive ohne Ende. Zur analogen Zeit hätte ich wohl einen extra Koffer mit Filmen dabei gehabt.
Streetfotografie hat mich schon eine Weile im Griff. Losziehen ohne Plan, kein Motiv im Kopf – gerne auch mal mitten in der Nacht. Raus, Augen auf, Klick. Mehr braucht es eigentlich nicht. Und zu Hause dann ganz gespannt schauen, was dabei rumgekommen ist.
Das Museum Folkwang in Essen lohnt sich gleich doppelt: Die Dauerausstellung ist kostenlos, und das Gebäude selbst ist fotografisch ein dankbares Motiv. Wer Kunst und Architektur verbinden möchte, ist hier gut aufgehoben.
Ich habe es getan. Es musste sein. Schon lange hatte ich mit einem neuen Objektiv kokettiert. Am letzten Samstag war es soweit – ich habe zugeschlagen.


































