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Gerade Ackerfurchen laufen auf einen Fluchtpunkt zu, am Horizont Dorfsilhouette mit Bäumen, dramatischer Wolkenhimmel, Schwarzweiß-Landschaftsfotografie
Fotografie

Friesland in Schwarzweiß – ein fotografisches Experiment mit Weite und Licht

Friesland ist flach. Aber sowat von. Ich erwähnte das ja neulich. Keine Berge, kein Wald. Nix steht im Weg.

Landschaftsfotografie ist jetzt nicht soooo meins Ich treibe mich mit der Kamera ja lieber auf der Straße rum. Streetfotografie halt. Ich wollte diese Landschaft jetzt nicht so fotografieren, wie sie sich immer darstellt. Keine satten Grüntöne, kein goldenes Abendlicht, keine Postkarten-Idylle. Schwarzweiß hat mich hier gereizt, weil es die Landschaft auf das reduziert, was tatsächlich trägt: Linien, Kontraste, Struktur. Ein Seezeichen im Watt, eine Deichstraße, die sich bis zum Horizont zieht, ein Schaf als Ersatz für Menschen und das auch überhaupt keine Probleme mit dem Datenschutz hat – all das funktioniert ohne Farbe vielleicht sogar besser.

Die Bilder sind auf verschiedenen Wegen durch Friesland entstanden – ohne festes Konzept, eher mit dem Gefühl, was vielleicht funktionieren könnte. Manchmal war es die Ruhe der Weite, manchmal ein einzelnes Element, das sich gegen den leeren Himmel abzeichnete. Wie immer aber nur mit dem nötigsten unterwegs. Kamera und Objektiv. Mehr nicht.

Ob das gelungen ist, muss jeder für sich entscheiden. Für mich war es vor allem eins: ein Experiment mit einem Stil, den ich liebe, an einem Ort, der genau dafür wie gemacht scheint.

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Martin Pesch

Martin Pesch - Blogger, Fotograf und Autor. Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

10 Comments

  • Ron Vollandt

    Hallo Martin,

    Friesland ist flach – und Schwarzweiß nimmt der Weite auch noch die letzte Ausrede. Farbe kann trösten, Schwarzweiß nicht. Übrig bleibt tatsächlich nur, was trägt: eine Linie, ein Horizont, ein Seezeichen mit Nummer. Dass ausgerechnet der Streetfotograf die Landschaft so konsequent auf Struktur herunterkürzt, hat seine Logik – Du fotografierst sie wie eine leere Straße.

    Am stärksten finde ich die Ackerfurchen im Fluchtpunkt, dicht gefolgt vom Seezeichen 219 mit dem Kondensstreifen: zwei Formen von Wegweisung, die sich kreuzen, und keine davon ist für Menschen gedacht. Das Schaf als datenschutzrechtlich unbedenklicher Statist wiederum ist die pragmatischste Modelbesetzung, von der ich je gelesen habe.

    Flach kenne ich übrigens auch. Auf Föhr gibt es zwei Ampeln, und die stehen dort eher aus Höflichkeit als aus Notwendigkeit – der Beitrag dazu liegt hinter meinem Namen. Denselben Himmel hat die Insel auch: zwei Drittel des Bildes, und trotzdem nie langweilig.

    Schwarzweiße Grüße
    Ron

  • Britta Langhoff

    Oh, das sind tatsächlich neue Perspektiven auf mein Friesland. Es sieht schwarzweiß ganz anders aus. WIe Du sagst, auf die Struktur reduziert. Spannend.
    Was im übrigen in Friesland auch sehr auffällig ist: Die Landschaft dort hat zwei Gesichter. Eins von Land und eins vom Wasser. Merke ich immer, wenn ich in Friesland mit dem Fahrrad unterwegs bin und dabei auch Routen fahre, die ich sonst vom Wasser her kenne. DIe Landschaft wirkt dann immer ganz anders. Ich kann es nur schwer erklären, aber vielleicht verstehst Du, was ich meine.

    • Martin Pesch

      Martin Pesch

      Ich verstehe was du meinst, Britta. Wenn ich gelegentlich mal auf dem Boot von meinem Kumpel mitgefahren bin, dann finde ich die Orientierung beispielsweise schon ziemlich krass. Vom Wasser aus hab ich dann überhaupt keine Ahnung wo ich bin.
      Ich fotografiere übrigens sehr gerne in schwarz-weiß, eben weil die Darstellung eine komplett andere ist. Ich bin auch überhaupt kein Freund davon, dass ein Foto exakt das abzubilden hat, wie man es „in echt“ gesehen hat.

  • Bock

    Mich beschäftigt vor allem das Schaf, das als Ersatz für Menschen herhalten muss und dabei keinerlei Datenschutzprobleme verursacht. Das ist für Streetfotografen vermutlich eine schwer zu überschätzende Qualität. Man darf es fotografieren, es verlangt keine Löschung und schreibt anschließend auch keine Mail mit der Frage, wo das Bild veröffentlicht wird.

    Vielleicht ist Friesland deshalb überhaupt das ideale Trainingsgelände für Fotografen mit sozialen Ermüdungserscheinungen. Landschaft, Linien, Himmel, ein Seezeichen – und gelegentlich ein Schaf, das sich rechtlich auffallend kooperativ verhält. (haldewitzka.de)

    Dass Schwarzweiß die Landschaft dabei auf Struktur reduziert, passt erstaunlich gut. Farbe würde möglicherweise nur davon ablenken, dass dort tatsächlich sehr wenig herumsteht.

    Friesland ist eben so flach, dass selbst das Motiv keine Möglichkeit hat, sich hinter irgendetwas zu verstecken.

    Außer vielleicht hinter dem Schaf. 🦌

  • czoczo

    Hi Martin…
    Wau… Tolle Black & White … ein passende Beitrag zu den Black & White projekt bei mir;-)
    Ich liebe BW … und trotz dem , letzte Zeit findet immer weniger gelegentheit BW zu zeigen. Irgendwie bin ich nach dem kompleten abgang von Adobe … nicht wirklich überzeugt mit meinen Ergebnissen … aber ich übe noch und hoffe das es mit der zeit immer öfter wieder BWlack & White auf czoczo.de sein wird.

    Tolle Bilder … vor allem der Feld finde ich gewalltig
    viele Grüße czoczo

    • Martin Pesch

      Martin Pesch

      Danke dir … ja von Adobe bin ich seit einem Jahr auch weg und zu Luminar gewechselt. Das funktioniert für mich auch sehr gut. An deinem B&W Projekt wollte ich immer teilnehmen aber irgendwie vergesse ich das immer.

  • Michael

    Die Schwarzweißfotos passen richtig gut zu Friesland. Gerade bei den alten Gebäuden und der Landschaft kommt diese ruhige, etwas zeitlose Stimmung schön rüber. Liebe Grüße

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