Mann in Winterjacke und Mütze sitzt nachdenklich auf Steinmauer am nebligen See und blickt über das Wasser – Reflektion über das erste Jahr im Ruhestand an einem trüben Wintertag. Jahresrückblick 2025. Erste Bloggerjahr Erfahrungen.
Persönliches,  Rückblick

Mein erstes Jahr im Ruhestand – Rückblick auf 2025

2025 – mein erstes Jahr als bloggender Ruheständler ist vorbei. Mein erstes Jahr im dritten Lebensabschnitt. Ein besonderes Gefühl. Manchmal befreiend, manchmal befremdlich.
Wie ich mein neues Leben als Ruheständler gewuppt habe? 
Hier kommt der Rückblick.

Die Probezeit: Januar bis März

Offiziell ging es für mich am 01.04.2025 in den Ruhestand. Die Monate Januar bis März hatte ich mir schon frei genommen. Zu Trainingszwecken. Es hatten sich so viele Überstunden und Urlaubstage angesammelt, dass ich schonmal probeweise in den Ruhestand gehen konnte.


Gefühlt war das erstmal ein langer Urlaub. Ich habe ihn dazu genutzt, um langsam in den Ruhestand zu gleiten. 


Langsam gleiten? Kann ich. Beamter!!! Hallo … mache ich mit links. 


Ach so … Ex-Beamter, ich vergaß. 


Schon im letzten Jahr kam mir der Gedanke, mit dem Bloggen anzufangen. Für mich als Tagebuch. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja Menschen, die in der gleichen Situation sind wie ich. Die sich Gedanken machen, wie sie den Tag rumkriegen. Und die es gar nicht schlecht finden, wenn das mal jemand aufschreibt. Da kann man ja mal kucken, was der so den ganzen Tag macht. Vielleicht macht man das dann nach. 


Also fing ich zeitig mit der Planung an, damit es im Januar schon losgehen konnte.

Die große Frage: Wie kriege ich den Tag rum?

Schon Wochen vor dem Tag X, kreisten meine Gedanken um eine einzige Frage: Wie krieg ich den Tag wohl rum? 
Sorgen machte ich mir keine. Ich kann mich für so ziemlich jeden Scheiß begeistern – und das meine ich durchaus positiv. Wird allerdings manchmal etwas stressig. Damit meine ich: wie krieg ich alles unter einen Hut?


Egal. Wird man sehen.


Was ich auf keinen Fall wollte: enden wie manche Pensionäre, die ich kenne. Die sitzen bis nachts vor der Glotze, ein paar Bierchen dazu, bis mittags schlafen, dann gelangweilt rumhängen, warten bis die Frau nach Hause kommt. Und dann muss aber was unternommen werden. Unbedingt. 


Neee. Nicht mein Plan. 


Ich wusste: Beschäftigung würde ich schon finden. Trotzdem war mir klar – so ganz ohne Struktur wird das nix. Also legte ich mir ein paar Routinen zu. Ganz gemütlich.


Vorher ging es aber darum, alle entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Einige Versicherungen mussten gekündigt werden, andere abgeschlossen. Das Landesamt für Besoldung schickte mir stapelweise Post zum Durcharbeiten. Mit Geduld und Spucke lief das aber ganz gut. Alles ganz ruhig und entspannt. So wie man es jahrelang gelernt hat.

Ruhestand Blogger Martin Haldewitzka entspannt im Sessel mit Bier – humorvoller Alltag im Rentner-Leben

Mein Alltag als Rentner

Und so ungefähr sieht mein Tag als Rentner aus:


Ich schlaf ja gerne länger. Ich kann das. Wirklich. Ich kann das auch richtig lange. Aber ich habe es mir angewöhnt, zeitig aufzustehen, sodass ich meine Frau noch verabschieden kann, wenn sie zur Arbeit fährt. 


Naja fast immer. Also wenn ich wach werden sollte, wenn sie sich fertig macht. Also dann und wann mal. Aber meistens ist sie dann schon weg. Schade.


In den ersten drei Monaten war alles entspannt. Ich dachte viel darüber nach, wie das mit dem Bloggen klappen könnte. Worüber ich schreiben will. Und ob ich diesen ganzen Technik-Kram überhaupt gebacken kriege.


Parallel dazu: Französisch auffrischen. Das Kind der besten Frau von allen hatte geplant, mit dem Team Rinkeby eine Charityfahrt mit dem Rad nach Paris zu machen – da wollte ich nicht völlig hilflos dastehen, falls ich mal was auf Französisch sagen muss. 


Also: nach dem Aufstehen Kaffee, Zeitung, Blogs. Dann Vokabeln. Immerhin.
 
Danach ein bisschen Haushalt, Einkaufen. Nachmittags mit der Besten zum Sport. 


Und zwischendurch: hier und da eine kleine Wohnmobil-Wellnesstour am Wochenende. Muss ja auch mal sein.


So zogen sich die ersten drei Monate hin.

Modernes Büro mit leerem Schreibtisch, ergonomischem Bürostuhl und zwei Monitoren vor großen Fenstern mit Blick auf eine Stadtlandschaft. Links steht ein leeres Regal, eine Zimmerpflanze bringt etwas Grün ins Büro. Eintritt in den Ruhestand.

Der 1. April – offizieller Ruhestandsbeginn

Dann kam der 31. März.

Meinen Schreibtisch hatte ich schon vorher fast leer geräumt. Ein paar Sachen hatte ich noch im Büro. Nach einer schönen Verabschiedung war es dann soweit. Ich stand vor dem Gebäude. In der einen Hand ne Tüte mit meinem restlichen Kram, in der anderen mein Abschiedsgeschenk. So machte ich mich dann auf den Weg zum Parkplatz. 

Einmal hab ich mich noch umgeschaut, bevor es um die Ecke ging. Nur ganz kurz. 

Und dann war es das auch schon für mich.

Der 1. April. Ich wachte auf. Kein Wecker. Keine Termine. Nur dieser eine Gedanke:

“Jau, das war’s jetzt wirklich. Du brauchst da nicht mehr hin.”

Komisch war das. Erleichternd. Und trotzdem … fertig irgendwie.

Dann ploppten so Gedanken auf. Jetzt biste alt. Wirst immer älter. Immer klappriger. Und irgendwann kneifste den Arsch zu und das war’s. Finaler Umzug.

Bekloppt oder? Welche Gedanken einen so anspringen. 

Ist ja noch sooooo viel Zeit. Hoffe ich mal. 

Bis dahin gilt: Maximal das Beste rausholen. Zuversicht ist allererste Rentnerpflicht. Stolpersteine werden aus dem Weg gekickt. So ist der Plan. 

Ein Frachtschiff fährt auf einem breiten Fluss durch eine grüne Landschaft mit Bäumen und Feldern unter einem teils bewölkten Himmel. Am Ufer sind Spazierwege, Liegewiesen und ein kleiner Hafenbereich zu sehen. Das Schiff hinterlässt eine weiße Heckwelle im Wasser. Radtour Kevelaer

Frühling: Hausarbeit und Körpercrash

Mit Beginn des Frühlings gingen auch die Arbeiten am Haus wieder los. Diesmal standen Garten und der Abriss des Anbaus an. Zuerst wurde mal die olle Gartenhütte umgeschubst und ne neue hingestellt.


Auch im Haus musste noch was gewerkelt werden. Dieses Projekt werde ich allerdings kein zweites Mal angehen, schönen Dank auch.


Die ersten Wochen im Ruhestand liefen ganz gut. Ich war reichlich beschäftigt. Alles lief nach Plan.


Bis Mitte April. Da schlug es richtig ein.


Es hat mich dermaßen von den Beinen geholt und zwar richtig lange. Ich habe gefühlt zwei Wochen nur geschlafen und war auch eine ganze Zeit danach noch richtig schlapp. 


Ich vermute mal, das war ne körperseitige Notbremsung. Ich hatte mich monatelang auf meinen Ruhestand vorbereitet, habe mir viele Gedanken gemacht, geplant, gearbeitet, gegrübelt und und und. Und plötzlich sagt der Körper: 


„Hömma Kollege. Geht’s noch? Mach mal halblang. Lass uns das alles jetzt mal schön in Ruhe verarbeiten. Danach kannste wieder Gas geben. Kapiert?“ 


Ok, verstanden. Jetzt erstmal halblang.

Halbfertiger Abriss eines Anbaus an einem Fachwerkhaus mit sichtbaren Baumaterialien und Bauschutt im Garten – Umbau- oder Renovierungsarbeiten im privaten Wohnhaus. Halbzeit im Ruhestand 2025

Sommer: Baustelle statt Urlaub

Der Sommer war überwiegend mit Arbeiten am Haus gefüllt. Super. Was für ein Spaß. 

Der Abriss des Anbaus ging nicht so voran wie geplant. Der geplante Urlaub wurde deswegen erst verschoben, dann komplett abgesagt. Dafür schön im Dreck spielen und Container befüllen. 

ICH HAB KEINEN BOCK MEHR. 

Und ganz ehrlich – wird mir auch langsam zu viel. Ich hab einfach keine Lust mehr, 40 Kilo Zementsäcke durch die Gegend zu schleppen oder Bauschutt zum Container spazieren zu fahren. Und biste mit einem Projekt fertig, tut sich irgendwie das nächste auf. 

Deshalb haben wir beschlossen, im nächsten Jahr lassen wir die üblen Sachen von Firmen machen. Tut uns beiden gut. Viel ist ja nicht mehr.

Dennoch hatten wir im Sommer ab und an mal Zeit, wenigstens am Wochenende wegzufahren. Aber so richtig viel Sonne hat das Wohnmobil in diesem Jahr nicht gesehen. Auch das soll sich im nächsten Jahr ändern. 

Nachdem wir den Sommer mit einem schönen Wochenende im Jammertal verabschiedet hatten, passierte etwas, was uns erstmal die Beine weggetreten hat. 

Leere Autobahn im Licht der untergehenden Sonne, umgeben von bunt gefärbtem Herbstwald – stimmungsvolles Foto einer herbstlichen Reise in den Ruhestand.

Herbst: Wie ein Schlaganfall plötzlich alles ändert

Meine Schwiegermutter erlitt eines Abends einen Schlaganfall. 


Na was das bedeutet, muss ich dir ja nicht erklären. Jedenfalls hat das temporär alles auf den Kopf gestellt. Viele Tränen, viel Angst, viel Hoffnungslosigkeit. 


Leider konnte die Schwiegermutter nicht mehr nach Hause zurück und wir mussten sie in einem Pflegeheim unterbringen. 


Die gute Nachricht dabei: sie ist jetzt im gleichen Heim auf der gleichen Station wie meine Mutter. Die beiden haben sich immer gut verstanden und meine Schwiegermutter fand das Heim bei den Besuchen immer toll. Wenigstens was. 


Problem! 


Der Schwiegervater muss versorgt werden und möchte natürlich auch seine Frau so oft wie möglich sehen. Da das Heim nicht in unserer Stadt ist, kommt er da auch nicht so ohne weiteres hin. Mit 94 Jahren nicht so einfach. 

Wohnmobil auf einem grünen Stellplatz an der Marina in Sneek, mit zwei Fahrrädern davor und der Sonne tief am Himmel. Im Hintergrund liegen Segelboote am Steg. Ruhige, spätsommerliche Abendstimmung. Wohnmobilreise Sneek Niederlande.


Aber inzwischen haben wir uns recht gut organisiert und wir versuchen wieder ein „normales“ Leben zu führen. Natürlich mit Einschränkungen. Unseren Tanzkurs mussten wir beispielsweise canceln. Echt blöd.


Bis auf eine kleine Auszeit in Sneek, war der November eigentlich recht ruhig. Das Wetter Anfang November stimmte ja echt versöhnlich. Sportlich geht auch wieder los bei uns und die Saunasaison wurde zwischenzeitlich auch wieder eingeläutet.

Dezember: Weihnachten im Altenheim

Der Dezember war vollgepackt mit Terminen. Pickepacke voll. Weihnachtsmarkt, Rentnerstammtisch, Besuch der Familie aus Norddeutschland. Und dann Weihnachten. 


Schwere Tage. 


Heiligabend im Altenheim – das kannte ich schon von meiner Mutter. Seit Jahren verbringen wir den 24. und 25. Dezember dort.
Früher bin ich danach zu den Schwiegereltern gefahren. Die ganze Familie war da. Jeder brachte was mit. Alle waren glücklich. Richtig schön. Hatte ich in meinem früheren Leben nicht.


Aber das ist vorbei. Jetzt ist auch die Schwiegermutter im Heim. Zum Glück im gleichen wie meine Mutter – die beiden verstehen sich prächtig. Trotzdem kacke.


Dieses Jahr hatten wir dort einen Raum für uns. Schwiegervater, Sohn mit Freundin, die beiden Mütter, wir. So der Plan. Kam leider anders.

Meine Mutter fing sich eine fette Erkältung ein und sollte auf ihrem Zimmer bleiben. Nix mit gemeinsamen feiern. Ich mit Maske bei meiner Mutter auf dem Zimmer, die anderen zusammen im gemietetem Raum. Na toll. Oh du Fröhliche? Nicht wirklich. Aber wir haben uns noch. Und das zählt.

Sylvester haben wir dann auch noch über die Latte geboxt. Auch so eine Veranstaltung auf die ich gut verzichten kann. Hat mir noch nie Spaß gemacht. 


Wir hatten wieder Besuch aus dem Norden. Die Schwester wollte ihren Bruder nicht alleine lassen und ist mit ihrem Freund angereist. Schwiegervater hat sich natürlich riesig gefreut. War ein entspannter Abend, auch wenn um Mitternacht reichlich Tränen flossen. Es wurde eben jemand schmerzlich vermisst.

Fazit: Ein Jahr der Umbrüche

Und jetzt ist das Jahr rum. 

Überhaupt ist das jetzt das erste Mal, dass ich so ein Jahr reflektiere und dann auch noch aufschreibe. Tut gut. Tut sehr gut. Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? 

Hast du das auch gemacht? Dann verlinke dich doch bitte unten in den Kommentaren. Ich würde gerne darüber lesen, wie dein Jahr so war.

2025 war mein Jahr der Umbrüche. Manche geplant. Manche nicht. Manche schön. Manche hart.

Ich hoffe, du kannst zufrieden auf dein Jahr zurückblicken. Und wenn dir das Leben auch mal in vollem Lauf in die Beine gegrätscht ist, so hoffe ich, dass du dich wieder aufrappeln konntest und trotzdem zuversichtlich nach vorne schaust. 

Das wünsche ich dir. Von Herzen.

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Martin

Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

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