Mann in Winterjacke und Mütze sitzt nachdenklich auf Steinmauer am nebligen See und blickt über das Wasser – Reflektion über das erste Jahr im Ruhestand an einem trüben Wintertag. Jahresrückblick 2025. Erste Bloggerjahr Erfahrungen.
Persönliches,  Rückblick

Mein erstes Jahr im Ruhestand – Rückblick auf 2025

2025 – mein erstes Jahr als bloggender Ruheständler ist vorbei. Mein erstes Jahr im dritten Lebensabschnitt. Ein besonderes Gefühl. Manchmal befreiend, manchmal befremdlich.
Wie ich mein neues Leben als Ruheständler gewuppt habe? 
Hier kommt der Rückblick.

Die Probezeit: Januar bis März

Offiziell ging es für mich am 01.04.2025 in den Ruhestand. Die Monate Januar bis März hatte ich mir schon frei genommen. Zu Trainingszwecken. Es hatten sich so viele Überstunden und Urlaubstage angesammelt, dass ich schonmal probeweise in den Ruhestand gehen konnte.


Gefühlt war das erstmal ein langer Urlaub. Ich habe ihn dazu genutzt, um langsam in den Ruhestand zu gleiten. 


Langsam gleiten? Kann ich. Beamter!!! Hallo … mache ich mit links. 


Ach so … Ex-Beamter, ich vergaß. 


Schon im letzten Jahr kam mir der Gedanke, mit dem Bloggen anzufangen. Für mich als Tagebuch. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja Menschen, die in der gleichen Situation sind wie ich. Die sich Gedanken machen, wie sie den Tag rumkriegen. Und die es gar nicht schlecht finden, wenn das mal jemand aufschreibt. Da kann man ja mal kucken, was der so den ganzen Tag macht. Vielleicht macht man das dann nach. 


Also fing ich rechtzeitig mit der Planung an, damit es im Januar schon losgehen konnte.

Die große Frage: Wie kriege ich den Tag rum?

Schon Wochen vor dem Tag X, kreisten meine Gedanken um eine einzige Frage: Wie krieg ich den Tag wohl rum? 
Sorgen machte ich mir keine. Ich kann mich für so ziemlich jeden Scheiß begeistern – und das meine ich durchaus positiv. Wird allerdings manchmal etwas stressig. Damit meine ich: wie krieg ich alles unter einen Hut?


Egal. Wird man sehen.


Was ich auf keinen Fall wollte: enden wie manche Pensionäre, die ich kenne. Die sitzen bis nachts vor der Glotze, ein paar Bierchen dazu, bis mittags schlafen, dann gelangweilt rumhängen, warten bis die Frau nach Hause kommt. Und dann muss aber was unternommen werden. Unbedingt. 


Neee. Nicht mein Plan. 


Ich wusste: Beschäftigung würde ich schon finden. Trotzdem war mir klar – so ganz ohne Struktur wird das nix. Also legte ich mir ein paar Routinen zu. Ganz gemütlich.


Vorher ging es aber darum, alle entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Einige Versicherungen mussten gekündigt werden, andere abgeschlossen. Das Landesamt für Besoldung schickte mir stapelweise Post zum Durcharbeiten. Mit Geduld und Spucke lief das aber ganz gut. Alles ganz ruhig und entspannt. So wie man es jahrelang gelernt hat.

Ruhestand Blogger Martin Haldewitzka entspannt im Sessel mit Bier – humorvoller Alltag im Rentner-Leben

Mein Alltag als Rentner

Und so ungefähr sieht mein Tag als Rentner aus:


Ich schlaf ja gerne länger. Ich kann das. Wirklich. Ich kann das auch richtig lange. Aber ich habe es mir angewöhnt, zeitig aufzustehen, sodass ich meine Frau noch verabschieden kann, wenn sie zur Arbeit fährt. 


Naja fast immer. Also wenn ich wach werden sollte, wenn sie sich fertig macht. Also dann und wann mal. Aber meistens ist sie dann schon weg. Schade.


In den ersten drei Monaten war alles entspannt. Ich dachte viel darüber nach, wie das mit dem Bloggen klappen könnte. Worüber ich schreiben will. Und ob ich diesen ganzen Technik-Kram überhaupt gebacken kriege.


Parallel dazu: Französisch auffrischen. Das Kind der besten Frau von allen hatte geplant, mit dem Team Rinkeby eine Charityfahrt mit dem Rad nach Paris zu machen – da wollte ich nicht völlig hilflos dastehen, falls ich mal was auf Französisch sagen muss. 


Also: nach dem Aufstehen Kaffee, Zeitung, Blogs. Dann Vokabeln. Immerhin.
 
Danach ein bisschen Haushalt, Einkaufen. Nachmittags mit der Besten zum Sport. 


Und zwischendurch: hier und da eine kleine Wohnmobil-Wellnesstour am Wochenende. Muss ja auch mal sein.


So zogen sich die ersten drei Monate hin.

Modernes Büro mit leerem Schreibtisch, ergonomischem Bürostuhl und zwei Monitoren vor großen Fenstern mit Blick auf eine Stadtlandschaft. Links steht ein leeres Regal, eine Zimmerpflanze bringt etwas Grün ins Büro. Eintritt in den Ruhestand.

Der 1. April – offizieller Ruhestandsbeginn

Dann kam der 31. März.

Meinen Schreibtisch hatte ich schon vorher fast leer geräumt. Ein paar Sachen hatte ich noch im Büro. Nach einer schönen Verabschiedung war es dann soweit. Ich stand vor dem Gebäude. In der einen Hand ne Tüte mit meinem restlichen Kram, in der anderen mein Abschiedsgeschenk. So machte ich mich dann auf den Weg zum Parkplatz. 

Einmal hab ich mich noch umgeschaut, bevor es um die Ecke ging. Nur ganz kurz. 

Und dann war es das auch schon für mich.

Der 1. April. Ich wachte auf. Kein Wecker. Keine Termine. Nur dieser eine Gedanke:

“Jau, das war’s jetzt wirklich. Du brauchst da nicht mehr hin.”

Komisch war das. Erleichternd. Und trotzdem … fertig irgendwie.

Dann ploppten so Gedanken auf. Jetzt biste alt. Wirst immer älter. Immer klappriger. Und irgendwann kneifste den Arsch zu und das war’s. Finaler Umzug.

Bekloppt oder? Welche Gedanken einen so anspringen. 

Ist ja noch sooooo viel Zeit. Hoffe ich mal. 

Bis dahin gilt: Maximal das Beste rausholen. Zuversicht ist allererste Rentnerpflicht. Stolpersteine werden aus dem Weg gekickt. So ist der Plan. 

Ein Frachtschiff fährt auf einem breiten Fluss durch eine grüne Landschaft mit Bäumen und Feldern unter einem teils bewölkten Himmel. Am Ufer sind Spazierwege, Liegewiesen und ein kleiner Hafenbereich zu sehen. Das Schiff hinterlässt eine weiße Heckwelle im Wasser. Radtour Kevelaer

Frühling: Hausarbeit und Körpercrash

Mit Beginn des Frühlings gingen auch die Arbeiten am Haus wieder los. Diesmal standen Garten und der Abriss des Anbaus an. Zuerst wurde mal die olle Gartenhütte umgeschubst und ne neue hingestellt.


Auch im Haus musste noch was gewerkelt werden. Dieses Projekt werde ich allerdings kein zweites Mal angehen, schönen Dank auch.


Die ersten Wochen im Ruhestand liefen ganz gut. Ich war reichlich beschäftigt. Alles lief nach Plan.


Bis Mitte April. Da schlug es richtig ein.


Es hat mich dermaßen von den Beinen geholt und zwar richtig lange. Ich habe gefühlt zwei Wochen nur geschlafen und war auch eine ganze Zeit danach noch richtig schlapp. 


Ich vermute mal, das war ne körperseitige Notbremsung. Ich hatte mich monatelang auf meinen Ruhestand vorbereitet, habe mir viele Gedanken gemacht, geplant, gearbeitet, gegrübelt und und und. Und plötzlich sagt der Körper: 


„Hömma Kollege. Geht’s noch? Mach mal halblang. Lass uns das alles jetzt mal schön in Ruhe verarbeiten. Danach kannste wieder Gas geben. Kapiert?“ 


Ok, verstanden. Jetzt erstmal halblang.

Halbfertiger Abriss eines Anbaus an einem Fachwerkhaus mit sichtbaren Baumaterialien und Bauschutt im Garten – Umbau- oder Renovierungsarbeiten im privaten Wohnhaus. Halbzeit im Ruhestand 2025

Sommer: Baustelle statt Urlaub

Der Sommer war überwiegend mit Arbeiten am Haus gefüllt. Super. Was für ein Spaß. 

Der Abriss des Anbaus ging nicht so voran wie geplant. Der geplante Urlaub wurde deswegen erst verschoben, dann komplett abgesagt. Dafür schön im Dreck spielen und Container befüllen. 

ICH HAB KEINEN BOCK MEHR. 

Und ganz ehrlich – wird mir auch langsam zu viel. Ich hab einfach keine Lust mehr, 40 Kilo Zementsäcke durch die Gegend zu schleppen oder Bauschutt zum Container spazieren zu fahren. Und biste mit einem Projekt fertig, tut sich irgendwie das nächste auf. 

Deshalb haben wir beschlossen, im nächsten Jahr lassen wir die üblen Sachen von Firmen machen. Tut uns beiden gut. Viel ist ja nicht mehr.

Dennoch hatten wir im Sommer ab und an mal Zeit, wenigstens am Wochenende wegzufahren. Aber so richtig viel Sonne hat das Wohnmobil in diesem Jahr nicht gesehen. Auch das soll sich im nächsten Jahr ändern. 

Nachdem wir den Sommer mit einem schönen Wochenende im Jammertal verabschiedet hatten, passierte etwas, was uns erstmal die Beine weggetreten hat. 

Leere Autobahn im Licht der untergehenden Sonne, umgeben von bunt gefärbtem Herbstwald – stimmungsvolles Foto einer herbstlichen Reise in den Ruhestand.

Herbst: Wie ein Schlaganfall plötzlich alles ändert

Meine Schwiegermutter erlitt eines Abends einen Schlaganfall. 


Na was das bedeutet, muss ich dir ja nicht erklären. Jedenfalls hat das temporär alles auf den Kopf gestellt. Viele Tränen, viel Angst, viel Hoffnungslosigkeit. 


Leider konnte die Schwiegermutter nicht mehr nach Hause zurück und wir mussten sie in einem Pflegeheim unterbringen. 


Die gute Nachricht dabei: sie ist jetzt im gleichen Heim auf der gleichen Station wie meine Mutter. Die beiden haben sich immer gut verstanden und meine Schwiegermutter fand das Heim bei den Besuchen immer toll. Wenigstens was. 


Problem! 


Der Schwiegervater muss versorgt werden und möchte natürlich auch seine Frau so oft wie möglich sehen. Da das Heim nicht in unserer Stadt ist, kommt er da auch nicht so ohne weiteres hin. Mit 94 Jahren nicht so einfach. 

Wohnmobil auf einem grünen Stellplatz an der Marina in Sneek, mit zwei Fahrrädern davor und der Sonne tief am Himmel. Im Hintergrund liegen Segelboote am Steg. Ruhige, spätsommerliche Abendstimmung. Wohnmobilreise Sneek Niederlande.


Aber inzwischen haben wir uns recht gut organisiert und wir versuchen wieder ein „normales“ Leben zu führen. Natürlich mit Einschränkungen. Unseren Tanzkurs mussten wir beispielsweise canceln. Echt blöd.


Bis auf eine kleine Auszeit in Sneek, war der November eigentlich recht ruhig. Das Wetter Anfang November stimmte ja echt versöhnlich. Sportlich geht auch wieder los bei uns und die Saunasaison wurde zwischenzeitlich auch wieder eingeläutet.

Dezember: Weihnachten im Altenheim

Der Dezember war vollgepackt mit Terminen. Pickepacke voll. Weihnachtsmarkt, Rentnerstammtisch, Besuch der Familie aus Norddeutschland. Und dann Weihnachten. 


Schwere Tage. 


Heiligabend im Altenheim – das kannte ich schon von meiner Mutter. Seit Jahren verbringen wir den 24. und 25. Dezember dort.
Früher bin ich danach zu den Schwiegereltern gefahren. Die ganze Familie war da. Jeder brachte was mit. Alle waren glücklich. Richtig schön. Hatte ich in meinem früheren Leben nicht.


Aber das ist vorbei. Jetzt ist auch die Schwiegermutter im Heim. Zum Glück im gleichen wie meine Mutter – die beiden verstehen sich prächtig. Trotzdem kacke.


Dieses Jahr hatten wir dort einen Raum für uns. Schwiegervater, Sohn mit Freundin, die beiden Mütter, wir. So der Plan. Kam leider anders.

Meine Mutter fing sich eine fette Erkältung ein und sollte auf ihrem Zimmer bleiben. Nix mit gemeinsamen feiern. Ich mit Maske bei meiner Mutter auf dem Zimmer, die anderen zusammen im gemietetem Raum. Na toll. Oh du Fröhliche? Nicht wirklich. Aber wir haben uns noch. Und das zählt.

Sylvester haben wir dann auch noch über die Latte geboxt. Auch so eine Veranstaltung auf die ich gut verzichten kann. Hat mir noch nie Spaß gemacht. 


Wir hatten wieder Besuch aus dem Norden. Die Schwester wollte ihren Bruder nicht alleine lassen und ist mit ihrem Freund angereist. Schwiegervater hat sich natürlich riesig gefreut. War ein entspannter Abend, auch wenn um Mitternacht reichlich Tränen flossen. Es wurde eben jemand schmerzlich vermisst.

Fazit: Ein Jahr der Umbrüche

Und jetzt ist das Jahr rum. 

Überhaupt ist das jetzt das erste Mal, dass ich so ein Jahr reflektiere und dann auch noch aufschreibe. Tut gut. Tut sehr gut. Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? 

Hast du das auch gemacht? Dann verlinke dich doch bitte unten in den Kommentaren. Ich würde gerne darüber lesen, wie dein Jahr so war.

2025 war mein Jahr der Umbrüche. Manche geplant. Manche nicht. Manche schön. Manche hart.

Ich hoffe, du kannst zufrieden auf dein Jahr zurückblicken. Und wenn dir das Leben auch mal in vollem Lauf in die Beine gegrätscht ist, so hoffe ich, dass du dich wieder aufrappeln konntest und trotzdem zuversichtlich nach vorne schaust. 

Das wünsche ich dir. Von Herzen.

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Martin

Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

19 Comments

  • Queen All

    Uff, so stellt man sich das erste Jahr Ruhestand eigentlich nicht vor. Klar kann man sich manches nicht aussuchen, trotzdem könnte das Leben ruhig mal etwas gechillter laufen. Ich drücke die Daumen, dass das kommende Jahr sich mehr Mühe gibt. Den Jahresrückblick spare ich mir diesmal – aus Gründen und weil ich gefühlsmäßig immer erst im Frühjahr so richtig durchstarte. Den Winter sitze ich einfach aus, kann nur besser werden 😁

    • Martin

      Martin

      Ja, stellenweise war es echt mega nervig und anstrengend. Aber unterm Strich aber völlig ok. Wegen mir könnte das mit dem Winter jetzt mal aufhören. Meine Nachbarn haben den Papp auch auf und verabschieden sich am Freitag bis Ende März nach Portugal. So kann man es auch machen. Wir müssen uns noch ein wenig gedulden.

  • Wolf Jäger

    Schön geschrieben… Ich hab auch nur noch ein paare Jahre und man macht sich so seine Gedanken…
    Dir und Deinen Lieben ein gutes neues Jahr mit Gesundheit, Glück und Urlaub!

    • Martin

      Martin

      Danke Wolf … die gehen ratzfatz rum. Schneller als man denkt. Gedanken habe ich mir auch reichlich gemacht. Aber hinterher habe ich festgestellt, dass es einfach zu viele waren und es eh anders kommt. Deshalb versuche ich nicht zu viel zu grübeln und lasse einfach alles auf mich zukommen. Klingt allerdings leichter als es tatsächlich ist. 😬

  • Susanne

    Ach, das kommt mir bekannt vor, zumindest der erste Teil. Mein Renteneintritt steht dieses Jahr am 1. November an. Ich habe mir lange Gedanken darum gemacht, wie es nach meinem geliebten Job weitergehen soll. Aktivrente nutzen? Oder tatsächlich in den Ruhestand gehen? Und dann? Ideen sind genug da, und rund um die Arbeit habe ich immer schon etliches anderes erledigen und organisieren müssen. Das würde dann stressfreie gehen. Und dann kam alles ganz anders: Diagnose Krebs, Arbeitsunfähigkeit voraussichtlich bis Ende April, dann Reha, Wiedereingliederung und noch etwa drei Monate arbeiten. Oder auch nicht. Mittlerweile habe ich mich mental komplett vom Job abgenabelt und plane nur noch einen hoffentlich gesunden Ruhestand. Wenn alles klappt, blogge ich im November 2027 darüber, wie das erste Jahr war. Hoffentlich wird der Post so lesenswert wie dieser hier. Werde weiter verfolgen, wie Dein Ruhestand verläuft.

  • Britta Langhoff

    Jahr der Umbrüche – ein passender, treffender Titel für Dein Jahr.
    Das war schon heftig. Ja, Ruhestand ist etwas, was einen schon umhauen kann. Es ist wirklich ein komplett neuer Lebensabschnitt und zugleich schleicht sich immer der Gedanke ein: Das ist jetzt der letzte Lebensabschnitt.
    Aber wie Du schon sagst: Zuversicht ist erste Rentnerpflicht und im Stolpersteine wegräumen sind wir Ruhries ja lange geübt. Guter Plan, die groben Arbeiten abzugeben. Das beste, was man sich für Geld kaufen kann, ist freie Zeit.
    Den ganz großen Umbruch in Eurem Leben kann ich gut nachvollziehen, wie Du weißt. Es wirbelt nicht nur Pläne und Organisatorisches durcheinander, sondern auch die Gefühlswelt. Es ist immer schwer, wenn man sich mit der Situation auseinandersetzt, für das Leben der Eltern Verantwortung zu tragen. Es wird aber nochmal schwerer, wenn man selbst nicht mehr wirklich jung ist – so meine Empfindung.

    Ich freue mich aber, dass Du Dich in die Blogwelt reingefuchst hast und dabei bleibst. Ein Jahresrückblick ist wirklich eine gute Sache, ich mache das schon lange und stelle immer wieder fest, dass es durchaus Klarheit bringt. Ich lese gerne bei Dir, freue mich auch in diesem Jahr auf den Austausch und sage wie immer
    Glückauf
    LG Britta

    • Martin

      Martin

      Ach unterm Strich war es aber ein ganz gutes Jahr. Trotz der Ärgernisse und der Nackenschläge. Aber nichts bleibt bekanntlich so wie es ist und die ganze Mopperei bringt einen ja auch nicht wirklich weiter. Aber du hast Recht. Es ist nicht einfach, ab einem gewissen Zeitpunkt die Verantwortung für die Eltern zu tragen. Aber wenn man es vergleicht, wieviele Jahre sie für uns die Verantwortung hatten und wie lange wir damit beschäftigt sind, dann relativiert das so einiges. Und eine Sache ist mal klar – für meine Eltern war das kein leichter Job mit mir. Von daher … alles fein. Ansonsten … bis die Tage und Glückauf

  • Marie

    Moin vonner Weser, wo ich deinen Beitrag mit högschtem Interesse gelesen habe – mein eigener Rückzug vom Berufsleben steht unmittelbar bevor und ein diesbezüglicher emotionaler Gemischtwarenladen begleitet mich bereits seit geraumer Zeit.
    Duplizität der Ereignisse – auch an unserer Wohnstatt stehen Veränderungen an und ich werde an dich denken und zumindest versuchen, nicht volle Pulle zu agieren.
    Einen Rückblick auf 2025 habe ich zwar verfasst, aber nicht in meinem 12-Tage-im-Jahr-Blog, sondern an anderer Stelle. Ich kann ihn dir hierher kopieren oder anderweitig zukommen lassen, aber sicher nicht ungefragt damit diesen Kommentar zumüllen.
    Viele liebe Grüße von
    Marie

    • Martin

      Martin

      Mahlzeit Marie … na dann mach dich mal auf was gefasst. Wird bestimmt ein tolle Zeit, wenn du dich auf den neuen Lebensabschnitt freust. Und was das Werkeln angeht, schöööön langsam. 😉
      Schmeiss den link zu deinem Rückblick gerne in den Kommentar. Den schalte ich dann frei. Bis die Tage … 🖖

  • Marie

    Hallo Martin, es dauerte etwas mit dem Rückblick – ich musste ihn ein wenig moderieren, weil nicht alles, was ich so schreibe, für das breite Publikum gedacht ist. Du musst es auch nicht veröffentlichen – ich bin nicht scharf auf Klicks. Nimm es als Einblick in meine schwarze Seele😂LG
    Marie

    2025

    1. Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10… was war es für ein Jahr? 
    Ein durchwachsenes, geprägt von zwischenmenschlichem DiesdasAnanas. Für meinen Geschmack zu viele physische features, die nerven. Und viel zu viele Sorgen über das Zwischenmenschliche und die Konsequenzen daraus.
    Seit Sommer war mein Hauptzustand „Ich will das alles nicht und habe keinen Bock dadrauf“.
    Ich gebe diesem Jahr mal eine sechs. Trotz aller tollen Erlebnisse, die es zweifellos auch gab, bleibt das Gefühl des o.g. Hauptzustandes zurück. Und alles fängt bei der Arbeit an, geht weiter über die Familie und ist bei der geopolitischen Lage noch lange nicht vorbei.
    Ich hatte mir mehr erhofft und will 2026 mehr dafür tun, dass es gut wird.

    2. Zugenommen oder abgenommen?
    Gefühlt +10kg, ich traue mich aber nicht auf die Waage

    3. Haare länger oder kürzer? 
    Derzeit etwas kürzer.

    4. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
    Kein Unterschied zum Jahr davor. Was nicht direkt gut ist, aber naja, ok.

    5. Mehr Kohle oder weniger?
    Alles beim alten. Noch.

    6. Besseren Job oder schlechteren? 
    Siehe 5.

    7. Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
    Ich hoffe, zwei gute Freundinnen. Wird sich zeigen.

    8. Mehr bewegt oder weniger? 
    Mehr Schritte gegangen auf alle Fälle. Tendenz steigend.

    9. Anzahl der Erkrankungen in diesem Jahr?
    Örks, drei plus eine viertel Erkältung, die urplötzlich um die Ecke kam, sich sehr sonderbar entwickelte und nach drei Tagen wieder weg war. Bonus-Schlechtfühlen gab es durch die Entfernung der Platte aus dem Kiefer – eigene Schuld, hätte ich mal nicht so lange damit zugewartet.

    10. Davon die schlimmste? 
    Der Lagerungsschwindel jetzt gerade, der Mitte November wie bereits Anfang des Jahres so akut war, dass ich mehr oder weniger zwei Tage lang auf dem Rücken gelegen habe und dessen Ausläufer ich bis heute leider spüre. Die Erkältung im Februar war zwar auch eine der fieseren Art und wäre mühelos auf Platz 1 dieser Rangliste gelandet, aber diese anhaltenden Symptome derzeit sind schlimmer.

    11. Die hirnrissigsten Pläne? 
    Viel zu lange mit der oben erwähnten Plattenentfernung zu warten.

    12. Die gefährlichste Unternehmung? 
    Da fällt mir derzeit nichts ein.

    13. Die teuerste Anschaffung?
    Oh! Wir haben Anfang des Jahres einen Ausflug in ein Möbelparadies unternommen und für la maison einiges erstanden… und just gestern nochmal nachgelegt mit weiteren Ersatzkäufen für klotzige, schwere, dunkle Möbel, an denen man sich entweder dauernd blaue Flecken stößt oder sich wahlweise den Rücken krummsitzt. Also, ja, das kostete.

    14. Das leckerste Essen? 
    Das Steak im wieder eröffneten Steaktempel meiner Stadt.

    15. Die größte Enttäuschung? 
    NIx für die große Bühne, siehe Punkt 21.

    16. Das schönste Konzert? 
    Es gab Mike and the Mechanics, Bruce in Berlin, Bruce in Prag und Ray Wilson.
    Den besten Sound und die positivste Überraschung  boten Mike and the Mechanics. Die kürzeste Anreise gab es zu Ray Wilson, das beste Publikum in Prag und die größte Überraschung waren die freundlichen Berliner.
    Das schönste war in Prag – musikalisch sowieso, tontechnisch auch, wie gesagt mit gutgelauntem und nicht dauerschwatzendem Publikum und mit dem leicht melancholischen Gedanken, dass es nun aber wirklich für immer das letzte gewesen sein könnte.

    17. Die meiste Zeit verbracht mit? 
    Ja. Mit mir selbst und viel zuviel Zeit mit kruden Gedanken zum Leben und Sterben.

    18. Die schönste Zeit verbracht?
    Zwei Wochen im Mai in Lacanau mit mir allein.

    19. Zum ersten Mal getan? 
    Obige Zeit in Lacanau. Dabei alleine ein Mietauto abgeholt. Die Nachricht bekommen, dass ich Oma werde. Zu Kreuze gekrochen, obwohl ich im Recht war.

    20. Nach langer Zeit wieder getan?    
    Nach Schweden gereist. Was ne super Idee war.
                                        
    21. Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?   
    Gab es diverse – leider nicht für die Öffentlichkeit. Sagen wir mal so: Es betraf Menschen im direkten Umfeld, es gab keine lebensbedrohliche Situation, war aber psychisch enorm belastend.

    22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugt habe ? 
    Ich arbeite noch immer daran, mich selbst zu überzeugen, endlich was zu ändern.

    23. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? 
    Nicht direkt ein Geschenk – aber die neuen Möbel für la maison sind eine abartig gute Entscheidung gewesen.

    24. Main feeling?
    Ich muss jetzt wirklich was ändern. Im Wechsel mit: Ich fühle mich alt und müde. Zwischendurch immer wieder: Fick doch die Henne.

    27. Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
    As always: Gesundheit und Weltfrieden.

  • Katja

    Gell, dass Jahr nochmal zu reflektieren ist schon ne gute Sache. Vor allem, wenn einen so ein paar Stolpersteine oder manchmal auch Felsbrocken in den Weg gelegt werden. Irgendwie hilft das schon ganz gut abzuschließen und sich für das neue Jahr zu rüsten. Alles liebe für deine Schwiegermama und auch für euch!

    Ich habe dieses Jahr meinen dritten Jahresrückblick geschrieben und fand es wieder überraschend wieviel dabei so rumkommt. Wenn man das so vor Augen hat, stimmt für mich die Aussage, dass ‚ein Jahr wie im Flug vergeht‘ überhaupt nicht überein.

    In diesem Sinne, weiterhin alles gute für deinen Ruhestand und schön, dass du zum bloggen und ins Forum gefunden hast. Einen schönen Schreibstil hast du!

    Liebe Grüße,
    Katja

    • Martin

      Martin

      Vielen lieben Dank; Katja. Das stimmt allerdings. Wenn man da mal zurück blickt, dann ploppen Sachen auf, die man so überhaupt nicht mehr auf dem Schirm hatte.

  • Bla

    Du hast dein Jahr schön beschrieben, ist gut zu lesen (stilistisch und so).
    Mit meinen Rückblicken (und Vorsätzen) hab ich es nicht so und bis zur Rente sind’s bei mir noch so einige Jahre. Aber die Sachen mit den Eltern kann ich gut nachvollziehen. Als wir Kinder waren, haben sich unsere Eltern um uns gekümmert und jetzt kümmern wir uns um sie. Ist halt so.

    • Martin

      Martin

      Danke dir. Ja diese Rollenverteilung kommt irgendwann auf jeden zu. Allerdings waren unsere Eltern glaube ich viel länger in der Pflicht. Und einfach war es, zumindest bei mir, wirklich nicht immer.

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