Rubbeldikatz – mein Bloggerjahr ist rum. Haldewitzka wird ein Jahr alt. Ich stelle fest: bloggen macht Spaß. Was als „ach-ich-kuck-mal-ob-das-was-wird-Projekt“ anfing, hat nun einen festen Platz in meinem Alltag eingenommen. Das sind meine Erfahrungen aus dem ersten Bloggerjahr.
Wie alles anfing – Ruhestand und Ratlosigkeit
Schon im letzten Jahr hatte ich mir massiv Gedanken gemacht, wie ich denn so die Zeit im Ruhestand rumkriege. Im Herbst 2024 entschied ich mich, mit dem Bloggen anzufangen. So ein Rentnertagebuch in diesem Internetz vielleicht.
Also fing ich an, mich zu informieren. Was und worüber soll ich eigentlich genau schreiben? Interessiert das überhaupt jemanden? Alle sagen, man muss irgendwelche Nischen bedienen. Und SEO ist wichtig. Fokus-Keyphrases, Meta-Beschreibungen, alles muss da rein. Ein Redaktionsplan ist super wichtig. Und wie bastel ich mir so ein Blog-Dingens überhaupt. Und wo?
Alter Verwalter … klingt ja nach mächtig viel Arbeit. Ob ich das wohl gewuppt bekomme? Werd ich wissen, wenn ich damit angefangen habe.
Die Sache mit der Nische
Zuerst: Nische finden. Wat für ne Nische? Wenig Konkurrenz, viel Mehrwert, sofort bei Google gefunden werden. Hab ich alles nicht zu bieten. Wer liest schon das Tagebuch von so nem alten Sack.
Aber!!! Wir haben ein Wohnmobil. Am Haus gibt’s genug zu werkeln. Kreatives Zeugs machen wir gerne. Drüber könnte ich schreiben. Für später mal. Für die Nachwelt.
Preisfrage! Warum nicht alles fein mit Füller in ein Tagebuch schreiben? So eins aus Papier. Zum in die Hand nehmen und drin blättern und schmökern. Warum den ganzen Aufwand betreiben? Warum? Warum ist die Banane krumm? … Hab ich mir jetzt in den Kopf gesetzt. Will wissen ob ich das kann oder zu blöd für den Computerkram bin. Und vielleicht liest ja jemand mit und ich lerne nette Mitblogger kennen. Um so besser. Also los geht’s.
WordPress, KI und technischer Firlefanz
Zuerst musste ich mir überlegen, wo der/die/das Blog wohnen soll. Baukastenmäßig bei irgendeinem Anbieter oder so richtig schön individuell mit WordPress aber dafür völlig ahnungslos. WordPress schien mir die sinnvollste Entscheidung zu sein.
Nachdem ich einen Anbiedaster gefunden hatte, ging es erstmal darum, den ganzen Zinober überhaupt zu verstehen. Blockeditor, Plugins, der ganze technische Firlefanz. Hat mich ganz schön Nerven gekostet. Alle Welt verdammt ja KI. Aber ich war froh, dass ich sie hatte. Meine Prompts anfangs so: „Ich möchte … und habe das Problem … erkläre es mir so, dass es auch ein absoluter Vollidiot versteht.“ Hat meistens funktioniert. Bis ich feststellte: Der KI-Kollege erzählt stellenweise ganz schönen Blödsinn. Aber jetzt sind wir fein miteinander. Unterschwellige Drohungen helfen.
Redaktionsplan? Brainstorming-Apps? Gelöscht!
Als alles eingerichtet war, musste ich mir nur noch Gedanken darüber machen, was ich so schreiben werde. Und wie oft? Wie erreichen diese epochalen Beiträge die Weltöffentlichkeit? Welche verdammte Nische wird es werden? Und welchen Mehrwert kann ich bieten? Da fällt mir echt nix zu ein. Nische. Was für ein Blödsinn. Mehrwert. Auch so ein Unfug.
Damit ich meine Ideen, mit denen ich diese berühmte Nische füllen könnte, irgendwo sammeln kann, legte ich einen Redaktionsplan an. Und so eine App, mit der man brainstormen kann, legte ich mir auch zu. Den ganzen Schnickschnack, der das Arbeiten an meinem Bloghimmelfahrtskommando erleichtern wird.
Dann kam Phase zwei. Ideen sammeln. Gut vorbereitet saß ich vor dem Laptop und wartete. Geistesblitz und wuuuusch – rein damit in den Laptop. Magisches Schreiben sozusagen.
Passierte aber nicht. Nix. Keinen Schimmer. Nix womit man arbeiten könnte. Der Redaktionsplan blieb leer. Die Apps auch. Bis heute. Hab sie gelöscht.
Irgendwann kam ich zu dem Entschluss – egal, schreib einfach irgendwas. Völlig Wumpe was. Waste am Wochenende so gemacht hast beispielsweise. Irgendwas. Hauptsache du fängst mal an. Ist ja eh für mich. Mit der Zeit wird sich was finden. Und tatsächlich. Kam dann auch so.
Bei Profis spicken
Ich hatte auch entdeckt, wo man Blogs so findet. Da habe ich natürlich geschaut, wie die Profis das so machen. Schnell stieß ich auf Blogs wie die von Tommi oder Sari . Sehr professionell. Daran könnte man sich doch orientieren.
Schnell kamen eine Menge weitere Blogs hinzu. Blogs, denen ich heute noch gerne folge und die mich inspirieren. Und manche folgen auch mir inzwischen. Die Liste der Blogs die ich lese, wird immer länger.
Die ersten Kommentare – Stolz wie Bolle
Im Januar ging es mit den ersten Beiträgen los. Und tatsächlich. Plötzlich trudelten die ersten Kommentare ein. Stolz wie Bolle war ich. Über jeden Kommentar freue ich mich bis heute. Und noch mehr freue ich mich, dass beispielsweise Vanessa, Lizzy, Britta, Beate … so fleißig kommentieren. Vielen Dank dafür.
Ich habe dann so einiges ausprobiert. Dankbar war ich immer über Aktionen wie das Projekt 52 von Sari oder die Dienstagsdrabbles von Wortman. So konnte ich meinen Blog anfangs mit Leben füllen. Leider ist das inzwischen eingeschlafen. Warum eigentlich? Muss ich mal drüber nachdenken.
Fotografie – Ein altes Hobby erwacht
Durch das Bloggen wurde auch ein altes Hobby wiedererweckt. Das Fotografieren. Meine Beiträge sollten ja auch mit netten Fotos dekoriert werden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich eine gewisse Routine. 1-2 mal in der Woche kommt ein neuer Beitrag. Mal ne Kurzgeschichte, mal nur Fotos, Monatsrückblicke oder etwas über einen Trip mit dem Wohnmobil. Einen Redaktionsplan habe ich übrigens immer noch nicht. Ich mach das so wie mir die Mütze sitzt. Ist vermutlich höchst unprofessionell aber egal.
SEO? Keyword-Recherche? Keinen Bock drauf
Ich tue mich auch sehr schwer mit Keyword-Recherchen, Google Analytics und Statistik generell. Langweilig. Nehme ich mir immer wieder vor. Mache ich dann doch nicht. KI half mir auch schon dabei. Hab aber immer noch keinen Bock darauf.
Deshalb wird mein Blog vermutlich auch nie besonders große Besucherzahlen erzielen. Das macht aber nichts. Viel wichtiger sind mir die netten Menschen, die bleiben und mit denen ich mich austauschen kann.
Ausblick 2026 – Weiter planlos, weiter glücklich
Und wie geht es nun weiter in 2026? Was ist geplant? Ääähm … keine Ahnung. Immer noch ziemlich planlos. Ich mache wohl so weiter wie bisher. Zwar habe ich gewisse Vorstellungen, wie meine zukünftigen Blogbeiträge inhaltlich aussehen könnten. Das heißt aber noch lange nicht, dass es auch so kommen wird.
Fest steht: keine Nischenbedienung, keine Ratschläge oder (Lebens)Rezepte und Spirituelles ist bei mir erst recht nicht zu erwarten. Was du allerdings erwarten kannst: ich werde mir weiterhin Mühe geben, den Laden hier so Zeugs zu füllen, dass er dich im besten Fall angenehm unterhält.
Und was ich für mich erwarte: dass ich alles, was so in meinem Leben passiert, fein aufschreibe, damit meine 100 Enkel und der Rest der Welt, den ganzen Firlefanz in ein paar Jahren nachlesen kann.
Ich denke, dass könnte funktionieren.
Bis die Tage … Glückauf




30 Comments
Bla
Planlos aber glücklich klingt nach einem guten Lebensmotto. Schön, dass du Spaß am Bloggen gefunden hast.
Martin
Allerdings ist die Umsetzung gelegentlich etwas holperig. Aber was soll’s. Einfach kann jeder 🤟
Edeline
Herzlichen Glückwunsch zum einjährigen! Und weiterhin viele Leser und Kommentare auf Deinem Blog! LG Edeline
Martin
Vielen Dank Edeline 😊
Rolf
Ich sach mal: perfekte Herangehensweise für ein Blog. Ich jedenfalls lese es sehr gerne 🙂
Martin
Danke Rolf, das freut mich doch sehr … na dann werd ich wohl so weitermachen 😊
Peter Lohren
Na dann gratuliere ich doch mal ganz herzlich. Bei mir (Shit, 20 Jahre und mehr🙄) war es seinerzeit die Technik, bzw. die Möglichkeiten, die mich begeisterte. Und wie sagte der große Philosoph Harald Juhnke doch so passend:“Meine Definition von Glück? Keine Termine und leicht einen sitzen haben.“ 😃
Martin
Vielen Dank Peter … na, wenn einer weiß, wie es geht, dann Harald Juhnke 😆
Carsten
Genau richtig, gerne weiter so.
Martin
Ich werd alles geben, Carsten 🤘🏻
Violine
Toll, dass Du Dich fürs Bloggen entschieden hast, dass es Dir Spass macht und Du dabei bleibst.
Ein schönes Bild hast Du oben!
Martin
Danke Sabine, ich hoffe, dass sich da so schnell nichts dran ändern wird.
Karo
Ich mag die bunte Mischung von Themen auf deinem Blog. Glückwunsch zum ersten Blog-Geburtstag und weiterhin viel Spaß auf der Reise!
Martin
Vielen Dank Karo, bin gespannt wohin die Reise so geht….
Britta Langhoff
Woohoo ! Happy Blog-Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch zum ersten Jahr. Schön, dass Du in den Bloggerkosmos gefunden hast.
Meine Meinung: So und nicht anders macht bloggen Spaß. Dir und denen, die Dich lesen.
Gerade dieses Nischen-Dings finde ich auch ganz schwierig. Man kann weder einen Menschen, noch sein Leben oder seine Themen in eine Nische pressen. Wir sind ja eher Blogger aus dem Herzen raus. Das wäre was anderes, wenn man konkret ein Produkt oder eine Dienstleistung anbieten oder bewerben wollen würde.
Für mich ist mein Blog mein virtuelles Zuhause – welches mir gehört und ich nicht nur Gast bin wie in sozialen Medien. Genauso mag ich auch andere Blogs und lerne gerne andere Menschen, andere Welten darüber kennen. Da kommen mir die Gemischtwarenblogs gerade Recht. Wenn mich ein Thema mal nicht interessiert, muss ich ja nicht alles lesen.
Ich freu mich jedenfalls über Deinen Blog.
Weiter Glückauf und Grüße von umme Ecke
Britta
Martin
Danke Britta, ja das mit dem virtuellem Zuhause sehe ich auch so. Und es macht Spaß, immer mal wieder zurückzublättern und zu sehen, wie sich alles entwickelt hat. Bin gespannt, wo die Reise noch so hingeht. Glückauf 🤘🏻
Sabine
„Wer liest schon das Tagebuch von so nem alten Sack.“ genau das frag ich mich auch immer wieder! Ich alte Säckin. Und gleichzeitig geb ich mir selber die Antwort: es ist egal! So ein Tagebuchblog ist ja, wie der Name sagt, ein Tagebuch. Also für mich. Von mir und für mich. Und ich erlaube der Welt, daran Teil zu haben, ist das nicht genial?! 🙂
Ich finds schön, wie du deine Anfänge als Blogger beschrieben hast! Deine 100 Enkel freuen sich da bestimmt mal drüber! Meine Mama kriegt das Mausloch monateweise ausgedruckt, sie sammelt das in Ordnern und bedrängt mich, dieses mal in Buchform drucken zu lassen. Ha-ha! Für die Nachkommen, gell?
Also ich les deine Beiträge gern und ich mag deinen „Klartext“.
Liebe Grüße aus dem Mausloch
Sabine
Martin
Vielen Dank Sabine. Ich hatte auch schon daran gedacht, das alles mal auszudrucken. Selbstverständlich als Buch. Macht man doch so bei epochalen Texten, oder? 😉😁
Liebe Grüße ….
Queen All
Happy Birthday! Wer braucht schon eine Nische?! Da ist es eng und unbequem. Viel schöner ist die Aussicht vom Tellerrand aus und dann kann man sogar drüber klettern, ohne dass jemand (Google?) meckert.
Auf noch viele weitere Jahre! 🍻
Martin
Danke dir Vanessa, das stimmt wohl.😊🍻
Lizzy
Genau das „unprofessionelle“ ist es, das mich hier hat hängenbleiben lassen. So geschniegelt, strukturiert, informativ … manche Profiblogs auch daherkommen mögen: bei mir docken die an, bei denen „Gesichter“ erscheinen. Die mal inspirierend sind und auch mal nicht. Persönlichkeiten. Menschen. So ganz normale Leute eben :o)
Wie hab‘ ich eigentlich hergefunden? Bin ja gelegentlich – so in Phasen, quartalsmäßig irgendwie – ne bekennende „von Hölzken auf Stöcksken“ wild durchs Netz-Hopperin, die sich anhand irgendwelcher Stichwörter oder Momentaninteressen durch die Weiten der Welten – real und digital – treiben lässt. Bei dir waren es die Drabbles. Genau! Da hatte ich so eine Phase … könnte ich eigentlich mal wieder mitmachen … und Wohnmobil, Therme … außerdem lauf‘ ich ja auch schon mental warm und stelle mich auf‘s Rentnerinnendasein ein …
Martin
Ach ja die Drabbles … stimmt, da könnte man mal wieder einsteigen. Hat wirklich Spaß gemacht. Dann lauf dich mal ordentlich warm, damit du gleich richtig loslegen kannst, wenn es soweit ist.
Sari
Allem voran erst einmal Glückwunsch!! Schön, dass du dran geblieben bist. Und dann werde ich ja ganz rot, dass in Zusammenhang mit meinem Namen das wörtlich professionell fällt, denn so sehe ich das gar nicht, wenn ich schaue, wie ich teilweise einfach mache und manchmal auch total planlos bin *lach* Aber es freut mich, dass ich inspirieren und zum finden des eigenen Weges beitragen durfte <3
Martin
Danke Sari, da hab ich mich anfangs schon ordentlich orientiert. Nur mit Pinterest fremdel ich noch ein wenig. Da erinnere ich mich, dass du da auch ganz weit vorne bist. Mal schauen, vielleicht fällt mir da auch noch was zu ein.
bahnwärterin
moin greenhorn ;-D
gut dass du dich überwunden hast – noch besser, dass du damit auch dein fotografierhobby wiederbeleben konntest!
und gut, dass du all die „profi-tips“ über bord geworfen hast! ich merke sofort, ob ein blog authentisch oder optimiert ist – letztere langweilen mich nämlich ziemlich bald.
bahnwärterhäuschen gibt es seit 2013 – habe spontan angefangen, schön unkompliziert bei blogger. da bin ich heute noch, mit meinem 1. (von bloger gelieferten) bloghintergrund, der mittlerweile so aus der zeit gefallen ist, dass er schon wieder individuell rüberkommt…..hihi – manche denken, dass die shabby wand in unserem haus ist 😀
meine reichweite und kommentatoren verdanke ich tatsächlich dem umstand, dass ich regelmässig auf vielen blogs kommentiere – und neue blogs finde ich tatsächlich oft in den kommentaren bei anderen blogger*innen.
xx
ps: danke für die erwähnung/link!
Martin
Mahlzeit … seit 2013 ist verdammt lang. Bin gespannt, wie lange ich so durchhalte. Das Kommentieren und der Kontakt zu anderen Bloggern und Bloggerinnen ist schon eine fein Sache. Ich hoffe, dass bleibt auch in Zukunft so …
Tommi
Glückwunsch zum ersten Bloggeburtstag.
Man merkt Dir und Deinen Beiträgen an, dass Du genau das hier umsetzt, was Dir Spaß macht. Und damit ist die Zukunft dieses schönen Blogs hier gesichert. 🙂 Weitermachen, ich freue mich auf weitere Beiträge.
Martin
Vielen Dank Tommi … ich denke auch, ich schreib weiter drauf los. Macht für mich irgendwie auch mehr Sinn.
Elke
Hallo Martin,
ich musste schmunzeln, als ich deinen Beitrag gelesen hatte und an mich denken. Planlos, das ist das richtige Wort.
Mit Blogspot angefangen. Dann WordPress com, bis ich mich dann doch endlich an das sozusagen selbst gehostete WordPress traute. Viel gesagt und genervt habe ich in den Facebook Gruppen. YouTube, Udemy Kurse und irgendwann hatte ich viel wissen. *find ich schon*.
Eine Nische wollte ich nie sein. Nein, ich wollte einfach nur einfachelke sein und über Gott und die Welt schreiben und Spaß haben so ist es auch geblieben. Mal blogge ich viel, mal weniger. So wie es eben passt und SEO und Keyword.
Das habe ich aufgegeben, weil dann habe ich keine Lust mehr. Es soll doch mein Hobby sein. Das dürfen dann gern die machen, die damit Ihr Geld verdienen.
Irgendwie findet man ja schon andere gleichgesinnte. *lach* Du hast mich ja auch gefunden. Worüber ich wirklich sehr froh bin. Danke nochmals.
Weil Du gibst mir in Zeiten, wo ich so mein Down hatte, da hilft mir deine Ehrlichkeit. Das tut gut.
Ich habe nur einen einzigen Wunsch an deinen Blog.
Bleib so wie Du bist.
Liebe Grüße
Elke
Martin
Danke dir Elke. Das freut mich doch sehr, dass dir mein Blog gefällt. Dann werd ich mal so weitermachen ☺️