Nee wat war das anstrengend, die Sache mit Sevilla. Zum Glück hat meine Frau jetzt Urlaub. Da können wir uns von den Anstrengungen mal so richtig erholen. Klagen auf hohem Niveau – ich weiß. War ja auch nicht nicht ernst gemeint. Sevilla war ein Genuss. Punkt.
Ankommen in Senheim – Mosel, Ruhe und ein Hauch von Holland
Rechtzeitig vor dem Ansturm auf das lange Mai-Wochenende haben wir uns mit dem Wohnmobil auf den Weg gemacht. Als bekennende Holland Fans, soll es auch jetzt wieder Holland sein. Wenn auch nur ein bisken. Ziel der Reise: der Campingplatz Holländischer Hof in Senheim an der Mosel. Betreiber ist die Familie Burgers. Holländische Camper sind hier stark vertreten. Passt doch.

Campingplatz an der Mosel – Lage top, Größe naja
Der Campingplatz hat sowas wie eine Insellage, direkt an der Mosel. Wir konnten uns vorab einen ruhigen Platz ziemlich am Ende des Campingplatzes reservieren. Bei Reservierung wird dann auch gleich die Bezahlung fällig. Gekostet hat uns das von Mittwoch bis Sonntag 142€, Strom und Duschen extra. Zum Waschhaus war es zwar etwas weiter aber dafür hat man ja Räder dabei.
Bis Donnerstag Nachmittag war es noch recht übersichtlich mit der Belegung, sodass wir unsere zweieinhalbwöchige Auszeit ruhig angehen lassen konnten. Den Rest des Tages haben wir an der Mosel gesessen, die Sonne genossen und dem Wasser dabei zugeschaut, was Wasser halt so macht. Danach füllte es sich. War zu erwarten.
Der Campingplatz liegt in Senheim. Zum Einkaufen muss man ein paar Kilometer mit dem Rad fahren. In unmittelbarer Nähe gibt es nichts. Es sei denn, man nutzt den Campingplatz-Shop mit Campingplatzpreisen.
Und was macht man so an der Mosel? Entspannen, Wasser und Schiffe kucken, Radfahren, wandern. Reihenfolge beliebig, gerne auch doppelt. Können wir. Die Gegend ist famos aber das war ja zu erwarten. Mosel halt.

Mit dem Rad Richtung Cochem – Burgen, Eis und Menschenmassen
Donnerstag erstmal die Mosel bis nach Cochem rauf und runter geradelt. Auf dem Weg nach Cochem noch hoch zur Burg Metternich. Mit den E-Bikes recht geschmeidig bergauf durch den Wald. Ich steh ja voll auf Burgen, auch wenn es nur noch Reste gibt, wie bei dieser Burg. Die gibt es seit dem 8. Jahrhundert. Ludwig der XIV hat sie mit seinen Kollegen irgendwann kaputt gemacht. Und so blieb sie auch. An der Burg kam dann zum ersten Mal mein Rentnerausweis zum Einsatz. 50 Cent beim Eintritt gespart. Jawoll!!!
Danach ging es weiter Richtung Cochem. Kannten wir schon, deshalb nur ein extrem leckeres Eis in der Gelateria Fratelli Bortolot essen und dann weiter. Cochem ist die typische Touristen-Rummel-Tinnef-Ich-dreh-hier-durch-Lokation. Voll, laut, Gedränge … Aber wer’s mag. Bitteschön.
Moselschleife und die Realität – Spoiler: bleibt Mosel
Freitag war Moselschleifen-Tag. Spoiler: Is ne Kurve. Wie viel hier in der Ecke. Vielleicht ein wenig enger. Kommse umme Biegung – wat siehtste? Richtig. Dat gleiche wie vore Biegung. In Zell haben wir wieder kehrt gemacht. Aber nicht ohne vorher wieder eine Eisdiele zu stürmen. Abends dann noch mit Bekannten in einer Straußenwirtschaft im Nachbarort getroffen.

Zwischen Weinbergen und WoMo – einfach mal nichts tun
Samstag hatten wir genug von „Mosel rauf – Mosel runter“. Bis zum frühen Nachmittag haben wir vor dem Wohnmobil rumgelungert, gedöst, gelesen, auf’s Wasser gestarrt und wieder von vorne. Irgendwann haben wir uns die Räder geschnappt und die Weinberge erklommen. Das Gestrampel wurde mit famosen Aussichten belohnt.
Am Sonntag war der erste Teil unserer Reise dann schon rum. Wohnmobil wieder reisefertig machen und auf zur nächsten Etappe.
Fazit: Mosel ist schön, aber nicht ganz unser Ding
Für Camping an der Mosel in Senheim ist der „Holländische Hof“ eine gute Adresse. Passte alles soweit. Campingplatz schön, Mosel schön, Gegend schön. So ein langes Wochenende plus bombiges Wetter garantiert natürlich volle Hütte. Der Campingplatz war uns ein wenig zu groß und zu voll, obwohl die Lage perfekt war. Weiter vorne am Platz wäre es uns definitiv zu wuselig. Will hier mal wer hin, sollte man ab Platz 241 aufwärts reservieren. Das sind unserer Meinung nach die besten Plätze. Wer auf diese Moselörtchen steht, ist hier auch gut aufgehoben. Uns haben sie nicht so begeistert. Der Funke sprang einfach nicht über. Uns zieht es mehr auf die ruhigen Stellplätze mit nix ausser Gegend drumrum.
Ursprünglich wollten wir ja weiter Richtung Saarburg und dort ein paar Tage stehen. Das Wetter durchkreuzte unsere Pläne, sodass wir uns ein neues Ziel suchen mussten. Also, Google Maps befragt, Wettervorhersage gecheckt und dann trat Plan B in Kraft.



