Mastodon
Panoramaaufnahme des Baldeneysees in Essen bei Sonnenaufgang. Der spiegelglatte See erstreckt sich entlang bewaldeter Ufer und idyllischer Bootsanlagen. Links im Bild ein kleiner Hafen mit Segelbooten, Clubhäusern und einem Rundweg auf einer schmalen Landzunge. Im Hintergrund liegen goldene Felder, Wälder und sanfte Hügel der Essener Stadtgrenze.
Rückblick

Monatsrückblick September: Baustelle, 600 km Eskapaden und Poetry-Slam Traumta

Was ist nur los mit meiner Regelmäßigkeit? Stelle fest, dass, was das Thema Monatsrückblicke angeht, hier doch ziemlich der Schlendrian eingekehrt ist.


Vermutlich wird es euch ziemlich Latte sein, ob ich meinen Monatsrückblick schreibe oder auch nicht. Aber für mich soll dieses Blogprojekt auch sowas wie eine Chronik sein um zu sehen, was so los war in meinem Rentnerleben.
Und wenn dann in, sagen wir mal, so 300 Jahren irgendwelche Gelehrten auf meine Schriften stoßen, können die sagen – aha, so war das also damals. Ob die alle so waren wie der? Na kein Wunder…
Und deshalb geht das auch schon los mit meinem Rückblick für den September.

Wenn das Kind der Lieblinsfrau eine Radtour macht

Der Monat fing mit einem „Vielen-Dank-für-die-Unterstützung-Essen“ beim Kind der Lieblingsfrau und seiner Freundin an. Wofür? Dazu muss ich ein paar Tage zurückspulen. Dass das Kind gerne und auch viel Fahrrad fährt, hatte ich ja schon mal aufgeschrieben, als er mal eben nach Paris geradelt ist. Danach folgten noch weitere Eskapaden.


Den Vogel schoss er allerdings mit einem Radevent ab, das bei der Lieblingsfrau für schlaflose Nächte sorgte. Ich war da relativ entspannt. Schließlich ist das Kind Mitte 30 und wird schon wissen, was es tut.


Das Event nannte sich Highlands and Steel, nämlich deshalb, weil es bei dieser Tour durch das Sauerland und durch das komplette Ruhrgebiet ging. Eine Runde von schlappen 600 km und 5000 Höhenmetern, und als Zeitlimit waren 60 Stunden angegeben. Fremde Hilfe annehmen verboten, alles selber reparieren, Verpflegung und Übernachtungen selbst organisieren. Wir standen quasi als Backup in Bereitschaft, für den Fall, dass es nicht mehr weiterging und er irgendwo auf der Strecke hätte eingesammelt werden müssen. Anhand einer App konnten wir live verfolgen, wo er gerade war.


Ist schon merkwürdig, wenn du um 23:50 Uhr im Bett liegst, noch mal eben einen Blick auf die App wirfst und siehst, dass er gerade den Kahlen Asten hochradelt in völliger Dunkelheit und bei 10 Grad.
Am nächsten Tag konnten wir ihn nachmittags am Baldeneysee abpassen. Ein kurzer Stopp, Hallo sagen, Wasserflaschen auffüllen und weiter ging die Fahrt. Um 22:30 Uhr haben wir ihn dann am Ziel in Dortmund eingesammelt. Das Kind ist nämlich einfach durchgefahren. 600 km in 28 Stunden. Kann man so machen. Muss man aber nicht. Wir waren jedenfalls froh, ihn wieder gesund im Auto zu haben.

Wenn die Baustelle den Urlaub crasht


Eigentlich hatten wir geplant, im September für 2-3 Wochen wegzufahren. Aber wie das so ist, irgendwas ist ja immer. Ich hatte schon im letzten Jahr von unserer Megabaustelle im Garten berichtet. Die schwersten Arbeiten konnten wir in diesem Jahr abschließen. Lediglich ein Weg musste noch gepflastert werden. Ursprünglich sollte das im nächsten Jahr in Angriff genommen werden. Allerdings hab ich inzwischen, was das Thema Baustellenspaß angeht, den Papp gehörig auf und will endlich fertig werden. Also entschlossen wir uns dazu, die Pflasterarbeiten doch noch anzugehen. Statt Urlaub wieder Arbeitsklamotten und Dreck. Aber jetzt haben wir das auch von den Füßen und im nächsten Jahr nur noch Mutterboden in den Garten kippen, Wiese einsäen und fertig …

NRW-Meisterschaft im Poetry Slam – unser Bedarf ist gedeckt


Und dann war da ja noch die NRW-Meisterschaft im Poetry Slam. Leck mich fett – was für eine ätzende Veranstaltung das war. Also für unser Empfinden. Ich hatte in der Vergangenheit ja darüber berichtet, welch große Poetry-Slam-Fans wir sind. Wenn im Umkreis irgendwelche Veranstaltungen stattfanden, waren wir dort. Und immer waren es super unterhaltsame Abende. Immer eine gesunde Mischung aus lustigen und ernsteren Texten.


Aber diese Veranstaltung? Bevor es überhaupt losging, trat im Foyer sowas wie eine Performance-Gruppe auf. Ich würd die Truppe mal so bezeichnen. Kann es aber auch nicht besser beschreiben.
Ein Männlein hackte auf einem Keyboard herum, ein anderes trug irgendeinen Text vor und eine junge Frau wälzte sich auf dem Boden oder hüpfte betont anmutig, um beeindruckende Bewegungsmuster bemüht, herum.
 Als ausgebildeter Ersthelfer sah ich mich zunächst in die Pflicht genommen und wollte der Dame zur Hilfe eilen, erkannte dann aber schnell, dass es sich um die Kunstform des Ausdruckstanzes handeln könnte, und hielt inne. Der anschließende Applaus der Umherstehenden bestätigte meine vage Vermutung: es musste sich um Kunst gehandelt haben. Was bin ich doch für ein ignoranter Banause, dass ich das nicht sofort erkannt habe. Dennoch hätte ich hier die Zeichen schon erkennen müssen.


Wie auch immer. Irgendwann öffneten sich die Türen zum Saal und die Veranstaltung begann. Der Moderator des Abends war sichtlich bemüht, so oft wie möglich in seiner Moderation zu gendern. Ehrlich jetzt. Da krieg ich krieg die Pimpernellen, wenn ich das höre. Aber egal, mein Problem. Alter weißer Mann eben …


Insgesamt trugen dort ein Teilnehmer und sieben Teilnehmerinnen ihre Texte vor. Keiner, aber auch wirklich kein einziger, war auch nur ansatzweise amüsant, unterhaltsam oder hat uns wenigstens zum Schmunzeln gebracht. Alle hatten irgendwelche Traumata zu verarbeiten, fanden Männer scheiße oder ihre Mutter oder Merz oder sonst was. Alter Schwede. Wo sind wir hier gelandet. Klingt vielleicht etwas überspitzt, uns hat das jedenfalls ziemlich runtergezogen.
Hatten tatsächlich überlegt, in der Pause nach Hause zu fahren, sind dann doch in der Hoffnung geblieben, dass die letzten vier die Stimmung heben könnten. War nicht der Fall. Hinterher waren wir froh, dass es vorbei war.
Unser Bedarf an Poetry Slam ist erstmal gedeckt. Wenn das in Zukunft der Trend ist, sind wir komplett raus.

Neuer Sport mit Anspruch – mehr folgt


Zum Ende des Monats habe ich eine neue Sportart für mich entdeckt. Dazu später mal mehr. Es scheint ein Sport zu sein, der in seiner Ausführung sehr anspruchsvoll, aber für das Alter sehr von Vorteil ist. Mal schauen, wie sich das entwickelt.
In diesem Sinne, euch allen einen ganz famosen Start in den goldenen Oktober…

Teile diesen Beitrag gerne mit der Welt da draußen.

🤘🏻 Willste mehr?

Ich verschicke keinen Spam! Erfahre mehr in der Datenschutzerklärung

Martin Pesch

Martin Pesch - Blogger, Fotograf und Autor. Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert