Fast genau ein Jahr ist es her, dass wir die letzte Großbaustelle am Haus in Angriff genommen hatten. Nach nervenden Wochen voller Lärm, Dreck und Schlepperei schlossen wir die Baustelle im Herbst ab. Nun geht es seit einer Woche munter weiter. Bagger machen das, was Bagger so machen: Lärm und Dreck. Grund genug, um sich für ein paar Tage vom Acker zu machen. Sollen die sich mal ohne uns austoben.
Donnerstagmorgen schnell das Wohnmobil gepackt und am frühen Mittag auf Richtung Niederlande. Ziel der Reise: Oirschot, nicht weit von Eindhoven.

Der Camperplaats Oirschot am Wilhelminakanal
Der Camperplaats Oirschot liegt direkt am „Yachthafen Oirschot“ am Wilhelminakanal. Unter Yachthafen stelle ich mir erstmal sowas wie den in Sneek vor, aber jeder definiert das halt anders. Egal. Zwei festgemachte Binnenpötte reichen offensichtlich auch aus.
Der Stellplatz wird nur von der Zufahrtsstraße, einer Art Reitweg und dem Radweg vom Wilhelminakanal getrennt. Bei der Ankunft war der Platz recht leer. Wir hatten fast die freie Auswahl in der ersten Reihe, stellten dann aber fest, dass die Stellplätze recht schmal waren. Dass dieser Reitweg auch mit Autos, Treckern und Mopeds befahren wird, merkten wir zum Glück noch, bevor wir uns einrichteten. Das Auto, das im gleichen Moment den „Reitweg“ heruntergehämmert kam und eine ordentliche Staubwolke aufwirbelte, überzeugte uns, den Rückzug in die zweite Reihe anzutreten. Passte dann auch sehr gut, denn die Plätze in zweiter und dritter Reihe sind breiter.

Da die meisten Camper ja ihr Bad mit dabei haben, fallen die Sanitärgebäude auf den Stellplätzen in der Regel nicht ganz so großzügig aus. Ist hier nicht anders. Zwei Klos, zwei Duschen und das Ganze nochmals barrierefrei. Und alles in einem Raum und nebeneinander. Naja…
Erkundung von Oirschot und der Sint-Petrus-Basilika
Oirschot ist ein typisches Dorf, wie man es so in den Niederlanden kennt. Große Kirche im Zentrum, nette kleine Häuser mit Cafés drumrum. Und: mit einem ganz famosen Eiscafé.
Die Kirche im Zentrum, die Sint-Petrus-Basilika, hat im Jahr 2013 den Titel Basilica minor von Papst Benedikt XVI. unter anderem deswegen erhalten, weil diese gotische Kirche auf eine bewegte Geschichte bis ins 13. Jahrhundert zurückblicken kann. Wir stehen ja total auf Kirchen und deren Architektur. Also nicht unbedingt die super protzigen, eher die alten und rustikalen Varianten. Sie passt zwar nicht ganz in unser Beuteschema, aber trotzdem für uns sehr interessant.

Wir sind an diesem Wochenende für unsere Verhältnisse recht wenig Rad gefahren. Lediglich zwei Touren von ca. 35 km. Die restliche Zeit haben wir mit Rumgammeln und viel Lesen verbracht. Wat muss dat muss. Bevor wir losfuhren, hatte ich mir von T. C. Boyle „Wassermusik“ heruntergeladen. Irgendwie konnte ich mich da schlecht von losreißen. Sehr empfehlenswert.

Entspannter Abreisetag und Fazit zum Stellplatz
Sonntagmorgens ist auf den Stellplätzen ja immer hektisches Treiben angesagt. Alle frühstücken schnell, packen und dann nix wie nach Hause. Die ganze Hektik nach so einem entspannten Wochenende erschließt sich uns nicht so wirklich. Wir haben noch ’nen Fünfer draufgelegt, haben mittags ’ne kleine Radtour gemacht und sind erst gegen 19:00 Uhr ganz entspannt nach Hause gefahren. So konnten wir noch den Sonntag vor Ort genießen und hatten eine entspannte und staufreie Heimfahrt.

Der Camperplaats Oirschot ist ’ne klare Empfehlung. 25 € für zwei Personen und Auto inkl. Strom und Touristensteuer sind in Ordnung. Duschen kosten einen Euro für 6 Minuten. Freitagabends kommt ein Foodtruck und am Samstagmorgen der Bäcker. Vom Ruhrgebiet aus in gut 2 Stunden bei entspannter Fahrt gut zu erreichen. Mit dem Rad ist man ratzfatz im Ort, am Jumbo oder Lidl. Zu Fuß dauert es halt ein wenig länger. Das Radwegenetz ist wie überall gut ausgebaut. Kann man wiederholen.




