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Traditionelle Bergmannskleidung und Ausrüstung, die an einer Wand in der Ausstellung des Deutschen Bergbau-Museums Bochum präsentiert wird.
Rückblick

Monatsrückblick März: Von Sole, Zeche und emotionalen Gipfeln

Mit dem März war ich recht fein. Er begann mit einem sonnigen Wochenende in Bad Sassendorf, führte uns tief in die Familiengeschichte unter Tage und endete mit einem großen Jubiläum, das trotz aller Freude von einer schmerzlichen Lücke geprägt war.

Zwischen Kurztrip und Besuch aus dem Norden

Das erste Märzwochenende startete mit einer weiteren Episode unserer “Bädertour”. Diesmal ging es nach Bad Sassendorf und dem Besuch der Börde Therme. Willste mehr, kuckste hier.


In der Woche darauf meldete sich Verwandtschaft aus dem Norden an. Beide nutzten ihre Elternzeit für einen dreimonatigen Trip mit Säugling durch Frankreich, Spanien und Portugal. Seit Jahren verfolgen sie das Ziel, jedes Land der Welt wenigstens einmal betreten zu haben. Läuft ganz gut und die weißen Flecken werden ständig weniger.
Und wenn sie denn schon mal hier sind, gibbet natürlich auch ordentlich was über’s Ruhrgebiet auffe Ohren. Da es aber tagelang wie aus Eimern kübelte, waren Besuche an den typischen Locations – Zeche Zollverein, Landschaftspark Duisburg Nord usw. – natürlich keine Option. Also: Plan B.

Bergbau im Ruhrgebiet: Mehr als nur Bergbauromantik

Wir entschieden uns für einen Besuch im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum. Alleine schon das Gebäude ist spektakulär. Mit dem Fördertum, der 1973 extra aus der verbotenen Stadt hierhergekarrt wurde, ging es erstmal auf über 50 m in die Höhe. Überblick verschaffen und Pott kucken. Hat zwar ordentlich geregnet aber der Pott ist ja nix für Weicheier. Also raus aus dem Fahrstuhl anne frische Luft. 

Nachdem sich alle sattgesehen hatten, ging es in die Ausstellung. Und da brauchst du Zeit. Nicht umsonst ist es das größte Bergbaumuseum weltweit.

Die Führung durch das 1,2 km lange Anschauungsbergwerk, natürlich unter Tage, war für mich keine gewöhnliche Besichtigung. Mittlerweile hat sich ja so etwas wie eine „Bergbauromantik” etabliert. Dabei wird oft vergessen, dass die Maloche unter Tage wenig mit Romantik zu tun hatte. Im Gegenteil. Mein Großvater war Bergmann und zahlte einen hohen Preis: Er verreckte sprichwörtlich an der Staublunge. Wie so viele andere Kumpels auch. Meine Eltern mussten ihm auf dem Sterbebett versprechen, dass ich niemals auf Zeche arbeiten werde. Ich habe daher das andere Extrem gewählt – Beamter.

Aber Ruhrpott ist nicht nur Kohle und Stahl. Es sind die Menschen, die Region, die Lebensart, die Geschichte. Der Pott ist die größte Metropolregion Deutschlands – fett grün und viel (Industrie) Kultur. Also: herkommen, kucken, töfte finden, weitersagen. Ich bin da gerne behilflich.

Die traditionelle Verpflegung der Einheimischen musste aber, allen Klischees zum Trotz, dennoch gereicht werden: Currywurst, Pommes und Stauder. Feddich is die Laube. Mehr braucht es erstmal nicht.

Blick in einen beleuchteten Stollen im Deutschen Bergbau-Museum Bochum mit Schienen auf dem Boden und technischer Ausstattung an den Wänden.

Abschied von zwei Rädern und technische Pflichten

Der Monat verlangte auch pragmatische Entscheidungen. Wie in jedem Jahr ging es zur Dichtigkeitsprüfung mit dem Wohnmobil und das Motorrad musste zum TÜV. Letzteres markierte jedoch auch einen Endpunkt: Ich hab es verkauft, bevor sich die Räder komplett eckig gestanden haben.

Ein 95. Geburtstag mit einer schmerzlichen Lücke

Das letzte Wochenende gehörte dann wieder ganz der Familie. Mein Schwiegervater feierte seinen 95. Geburtstag. Die Geschwister aus dem Norden reisten an, und wir verbrachten gemeinsam ein sehr schönes Wochenende.

Wie das nun mal bei solchen Geburtstagen so ist, kündigte sich der Bürgermeister als Gratulant an. Und bevor der mich fragt, was ich denn so als Zugezogener von Velbert halte, habe ich mich mit dem Cousin meiner Frau besser mal vom Acker gemacht. Will ja nicht den Geburtstag crashen. Der Bürgermeister kommt ursprünglich übrigens aus Gelsenkirchen. Ist noch nicht mal ein Einheimischer. Wat will der hier? Versteh das einer. Egal.

Aber ganz so unbekümmert und fröhlich war es dann doch nicht. Da meine Schwiegermutter ja nun im Altenheim lebt und daher zu Hause nicht mitfeiern konnte, fehlte sie uns allen sehr. Für Schwiegervater und  der besten Frau von allen war dieser Umstand hart und emotional doch ziemlich belastend. Wir fuhren also alle ins Heim, was natürlich ziemlich aufwühlend war. Das anschließende Abendessen im Restaurant mit Freunden und Familie war sehr schön. Aber ihr Platz blieb leer.

Unsere Freundin feierte übrigens ihren Sechzigsten im Saal nebenan. Wir hüpften regelmäßig zwischen den Sälen hin und her. 

Am Sonntagmorgen verabschiedete sich die Familie nach dem Frühstück wieder Richtung Norden. Der Rest des Tages diente uns allen zur nötigen Erholung, auch um die ganzen Eindrücke zu verarbeiten.

Ausblick: Erholung und Aufbruch in den Süden

Die kommenden Ostertage werden wir ganz bewusst als Phase der Ruhe nutzen, denn im April stehen schon die nächsten Abenteuer vor der Tür.
Dann geht es erstmal nach Sevilla. Sechs Tage. Wir freuen uns schon auf die Wärme und darauf, was uns dort so erwartet.

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Martin

Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

One Comment

  • Queen All

    Das Urlaubswetter kann man leider noch nicht mitbestellen aber euer Plan B Programm klingt doch auch sehr spannend. Und so hat man gleich einen Grund, nochmal zu kommen – dann passt vielleicht auch das Wetter. Für Sevilla kann man auch nur ganz fest die Daumen drücken. Meinem Mann war das zu risikoreich (und sowieso lange nicht warm genug), daher haben wir für eine unerwartete Gelegenheit mal eben das ganze Urlaubskonto leer geräumt. Im besten Fall haben wir es alle im April schön warm 😊

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