War ja mal wieder eine Punktlandung an diesem Wochenende. Eigentlich hatten wir nur den Samstag verplant. Aber Sonnenschein am Sonntagmorgen lässt sich schlecht ignorieren.
Samstag: Sauna bei einem Grad und Schneefall
Am Samstag holten wir unseren verschobenen Saunatag nach. Bei Temperaturen um die 1 Grad und leichtem Schneefall waren die Saunagänge besonders intensiv. Die Saunen, die wir nutzen, liegen im Außenbereich. Ebenso das Tauchbecken. Wasser- und Umgebungstemperatur waren glaube ich identisch, sodass es schon ein wenig Überwindung kostete, in das Becken zu steigen.
Das Gefühl, wenn du anschließend wieder auftaust, ist einfach phänomenal.
Wir ließen es uns den ganzen Tag wie immer richtig gut gehen. Schwitzen, schlafen, schwimmen, dazu noch viel lesen und natürlich lecker essen. So bekommt man schnell einen ganzen Tag rum.
Gegen 22:00 Uhr waren wir dann wieder zu Hause.
Sonntagmorgen: Wenn Pläne kippen
Sonnenschein am Sonntagmorgen trieb uns zeitig aus dem Haus. Es ging mal wieder Richtung Niederrhein. Erwähnte ich schon, dass es uns oft Richtung Niederrhein zieht?
Ursprünglich wollten wir zum Schloß Moyland, die Gärten erkunden und die Finissage Joseph Beuys & Fluxus besuchen. Als mich dann auf der Autobahn das Schild vom Archäologischen Park in Xanten anlachte, schlug ich spontan vor, doch lieber dorthin zu fahren. Die Beste war sofort einverstanden. Kein Warum, keine Diskussionen. Wie so oft.
In Xanten waren wir schon zig mal. Mit dem Rad, im Winter, im Herbst … wir mögen die Stadt einfach.
Schloß Moyland hatten wir auch schon mehrfach auf dem Zettel aber irgendwie hatte das in der Vergangenheit nie geklappt. Weiß der Geier warum wir es noch nicht dahin geschafft haben. Irgendwas war immer. Egal, irgendwann wird es schon klappen.

Der Archäologische Park in Xanten
Im Archäologischen Park von Xanten waren wir vor ewigen Zeiten mal und hatten kaum noch Erinnerungen an den Besuch. Die Kombination aus Bewegung bei Sonnenschein und viel frischer Luft in Verbindung mit einem Museumsbesuch schien uns an diesem Tag perfekt.
Aber: arschkalt war es. Das Gelände ist weitläufig offen und der Wind blies uns heftig den Kopf durch. Die Sonne hatte es einfach nicht geschafft, uns zu wärmen. Nach gut zwei Stunden waren wir dann doch froh, uns im Museum aufwärmen zu können.
Das Gelände des Archäologischen Parks in Xanten ist riesig. Dazu muss man wissen, dass dieses Freilichtmuseum genau auf der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana liegt und Teil des Unesco Weltkulturerbes ist. Die Stadt war mal riesig. Über 10.000 Menschen lebten zur Hochzeit dort.
Das gesamte Gelände ist mit einer Stadtmauer, incl. Wehrtürmen und Wehrgängen umschlossen.
Dort befindet sich u.a. ein Amphitheater, eine römische Herberge, Handwerkshäuser und der Hafentempel, denn den Rhein hatte die Stadt damals direkt vor der Haustür. Der hat sich aber inzwischen umentschieden und mäandert nun woanders lang.

Und wie das früher bei den Römern so war, lagerten zuerst dort zwei Legionen bevor sich eine Stadt entwickelte.
So eine Legion besteht aus 5000 – 6000 Mann, plus Hilfstruppen. Hinzu kam dann noch die gesamte Logistik. Denn so ein Legionär muss ja auch mal was essen. Ohne Mampf kein Kampf. Oder duschen. Oder aufs Klo. Und schön wohnen wollte man ja auch noch. Also der Stab. Die Legionäre wollten das zwar auch, mussten aber mit Zelten vorlieb nehmen. War schon früher so mit diesen Führungskräften.
Da war also ne Menge los und dementsprechend viel Zeugs wurde im Laufe der Zeit auch ausgebuddelt. Das kannst du dir jetzt alles im Museum anschauen.

In Museum: Drei Etagen, die zu schweben scheinen
Bei Betreten des Museums hat man den Eindruck, als würden alle drei Austellungsetagen frei schweben. Sehr beeindruckende Architektur. Drinnen erfährt man alles über das Leben in der Stadt und über das Leben in der Legion. Man sieht, mit welcher Präzision und Liebe zum Detail selbst Alltagsgegenstände hergestellt wurden. Das hält einen länger auf als gedacht.
Im Sommer ist hier natürlich viel mehr los. Der Park ist dann sehr gut besucht und es finden jede Menge Veranstaltungen statt. Gladiatorenkämpfe im Amphitheater beispielsweise. Uns liegt die ruhigere Zeit, ohne Menschenmassen, mehr. Ein Besuch im Winter lohnt sich aber auf jeden Fall.

Karneval auf dem Parkplatz
Gegen 16:00 Uhr war dann Feierabend. Der Park grenzt direkt an die Innenstadt von Xanten. Wir parkten mit unserem Auto direkt auf dem Parkplatz vor dem Haupteingang. Und wie das nun mal so zur Karnevalszeit ist, wurde auch in Xanten Karneval gefeiert. Natürlich mit Umzug. Einem großen Umzug. Jede Menge Mottowagen. Und der endete, wie sollte es auch anders sein, auf dem Parkplatz wo wir geparkt hatten. Alle Besucher kuckten erstmal irritiert, da man befürchtete, warten zu müssen, bis sich alles aufgelöst hat. Uns war es egal. Wir hätten uns dann halt mit ins Getümmel gestürzt. Aber freundlicherweise hielt man ein Gasse frei, durch die die Besucher den Parkplatz verlassen konnten.
Allerdings mussten wir zwangsweise in die falsche Richtung fahren, was uns aber erstmal egal war. Da wir sowieso über Land nach Hause fahren wollten, beschlossen wir in Richtung der Dörfer zu fahren, die die lustigsten Namen haben. Der indirekte Weg ist ja bekanntlich der Schönste.

So lernten wir Obermörmter kennen. Wer noch nie in Obermörmter war, der sollte da mal unbedingt hinfahren. Oder wenigstens durchfahren.
Und auch durch Untermörmter, wenn man schon in Obermörmter ist. Obermörmter und Untermörmter sind auf jeden Fall durchfahrenswert.
Und Hönnepel sollte man auch nicht verpassen. Wer durch Obermörmter und Untermörmter durchgefahren ist, kommt an Hönnepel einfach nicht vorbei.
So war es dann schon dunkel, als wir zu Hause ankamen. Kurz noch beim Falafeltaschenmann reingeschaut, lecker Pilsken dazu und dann ab auf die Couch. Hätte das Wochenende noch mehr bieten können? Mir fällt nix ein.



