Es geht voran. Der Januar ist rum. Jetzt noch den Februar über die Latte boxen und im März kann man schon wieder zuversichtlich Richtung Frühling schauen. Einzelne Vögel pöbeln auch schon in Vorvorfrühlingslaune rum … es wird.
Schneechaos ab der Stadtgrenze
So richtig viel los war ja nicht in diesem Januar. Nach dem Jahreswechsel ging es hier mit dem Schneechaos los. Ist schon ein Phänomen. So ziemlich genau an der Grenze zwischen Essen und Velbert liegt der höchste Punkt im Stadtgebiet Essen. Der befindet sich mit 202,5 m über NHN im Essener Süden, Stadtteil Heidhausen, in der Preutenborbeckstraße. Dort steht auch ein kleiner Hinweisstein am Straßenrand für die, die es genau wissen wollen. Gipfelkreuz für Arme sozusagen.
Wenn es in Essen schneit und der Schnee ausnahmsweise mal ein paar Millimeter liegen bleibt, dann fängt nach der Stadtgrenze das Elend an. Velbert. Also wettertechnisch in dem Fall. Da ist tiefster Winter. Schneechaos. Verkehrschaos. Nix geht mehr.

Ich kann mich erinnern, da bin ich von der Arbeit nach Hause gefahren, leichter Schneeregen in Essen. Kaum übern Berg – Zack: Winterwonderland. Nix geht mehr. Kein Scheiß, hab tatsächlich schon das Auto stehen gelassen und bin nach Hause gelaufen. Oder umgekehrt. Wollte morgens zur Arbeit – eingeschneit. Angerufen und gesagt, dass ich hier nicht wegkomme. Wegen Schnee. Keiner hat’s geglaubt. ‚Nimm deine Tabletten‘, kriegste dann zu hören. Oder: ‚Rauch nicht schon um fünf die lustigen Sachen‘. In Essen kein Fitzelchen Schnee. Nix. Verrückt.
Und so war das auch jetzt wieder. Dreimal am Tag raus, Schnee schaufeln. Nicht nur den Gehweg. Nein, auch die halbe Straße gleich mit. Denn wir wohnen am Ende einer Sackgasse und die hat eine lange Steigung bis zur Hauptstraße. Und so schaufeln alle Nachbarn, naja ein paar wenigstens, auch noch die Straße frei, damit alle zur Arbeit kommen. Mein Nachbar ist schlau. Mit Beginn des Schneechaos hat er das Wohnmobil gepackt und sich ganz fein mit Frau und Hund vom Acker gemacht. Der kommt erst Ende März aus Portugal zurück. Verdammter Rentner.
Zwei Wochen Vollverschnupfung – das neue Normal?
Und dann hatte uns die große Verschnupfung erwischt. Die zwei Veranstaltungen, die in diesem Monat geplant waren, mussten wir absagen. Wir haben diesmal aber auch wirklich lange daran rumgedoktert bis wir den Rotz los wurden. Ist auch neu übrigens. Normalerweise bin ich mit sowas in 3-4 Tagen durch. Jetzt zwei Wochen. Liegt’s am Alter? Wer weiß.
Das führte dann dazu, dass wir auch so nix machen konnten. Kein Sport, keine Sauna – nix. Mal ein Ründchen durch den Park. Das war es dann auch schon.
Stromberg und das Prinzenpaar
Zwei Sachen waren aber doch noch. Vorletzten Freitag waren wir mit Freunden bei uns im Forum. Muss man sich vorstellen wie ne Stadthalle. Nur in kleiner. Velbert ist ja nicht so groß. Mit wirklich schöner Bücherei, Räumen für die VHS und einem großen Veranstaltungssaal. Also so richtig groß. Dort ist beispielsweise schon Herbert Knebel aufgetreten. In dem Saal gibt es auch immer Kino. Stromberg diesmal.

Nach zwei Dritteln des Films ist dann irgendwas kaputt gegangen. Licht an, Leute schauen verwundert, ne nette Dame an einem Eingang brüllt in den Saal, dass es gleich weiter geht. Ging es aber nicht. Als die das nach 10 Minuten immer noch nicht zum laufen bekommen hatten, hatte sich ungefähr ein Drittel der Zuschauer bereits verabschiedet.
Wir dann auch. War auch irgendwie nix der Film. Was früher vielleicht mal lustig war ist es heute irgendwie nicht mehr so richtig. Also ich hab die Botschaft des Films nicht so richtig verstanden. Gab es überhaupt eine? Hatten auch keinen Bock uns nachträglich darüber Gedanken zu machen.
Sind dann in die nächstgelegene Kneipe. Gute Entscheidung. Tatsächlich noch einen Sitzplatz bekommen, gute Musik, Bier gab es zwar erst nach Aufforderung, dafür dann aber zügig.
Das Velberter Prinzenpaar kam auch noch. Mit Hofstaat und dem ganzen Trallala. Das Prinzenpaar im Prinzenpaakostüm, der Hofstaat im Hofstaatkostüm. Wem’s gefällt … Dann: zack Karnevalsmusik an, alle lagen sich in den Armen. Den Wirt zierte plötzlich ein Karnevalsorden und die Karnevalsgesellschaft war sowieso schon mit reichlich Klimbim behangen. Da wirkte der Wirt schon ein wenig underdressed. Hätte sich ruhig noch irgendwas anderes um den Hals hängen können. Wir blieben unbeordet und machten uns langsam vom Acker.
Wat bin ich froh, dat ich da wech bin
Letzten Mittwoch Treffen mit einigen ehemaligen Arbeitskolleg:innen :aussen :drunter :drüber in Essen Rüttenscheid. Mein alter Büropartner, der sich sechs Monate früher als ich in den Ruhestand verabschiedet hatte, war auch dabei. Die anderen dürfen noch ein paar Jährchen. Hab mich echt gefreut, sie mal wieder zu sehen. Einer war noch auf der alten Dienststelle, der Rest hat inzwischen die Flucht ergriffen. Was der alles so zu erzählen hatte … mein Büropartner und ich waren doch sehr froh, dass wir da raus sind.
Wir gehören zum alten Eisen
Am Samstag hatte das Kind der Besten Geburtstag. Irgendwas mit Mitte Dreißig Ich bin da nicht so auf dem Laufenden. Es wurde ordentlich zu Hause gefeiert. Wir wurden von ihm mit Kaffee und Kuchen im Altenheim bedacht. Soll uns das was sagen? Muss mal wieder heftig gewesen sein. Dementsprechend verkatert waren er und seine Freundin. So gehört sich das aber auch in dem Alter.
Ausblick auf den Februar
Alles in allem war das ein eher ruhiger Monat. Wegen des Wetters und der langwierigen Verschnupfung hatte sich doch eine gewisse Grnömeligkeit breit gemacht. Kann also nur besser werden. Ich blicke gespannt auf den Februar. Schauen wir mal. Jedenfalls war ich gestern wieder beim Training. Sollte also besser werden…



