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Marktplatz von Brügge mit historischen Fassaden, Pferdekutsche und Besuchern in der Altstadt.
Unterwegs / Wohnmobil

Brügge mit dem Wohnmobil – Belgien wurde kompliziert

Nach unserem Moselwochenende in Senheim, sollte die Tour nach Saarburg und anschließend nach Vianden weitergehen. Ist sprichwörtlich ins Wasser gefallen. Die Wetteraussichten der nächsten Tage für diese Region waren schlecht. Also umplanen. Der Blick auf verschiedene Wetterapps offenbarte: Richtung belgische Küste war es ok. Dort werden wir nur am Reisetag Regen haben. Brügge wurde als lohnenswertes Ziel ausgemacht.

Vom Moselwochenende Richtung Belgien

Bei Sonnenschein fuhren wir vom Campingplatz in Senheim los Richtung Belgien. Kaum über die Grenze, Regen satt. Nach Brügge fährst du nicht mal eben, wenn du an der Mosel bist. Eine Zwischenübernachtung in der Nähe von Lüttich stand auf dem Plan. Einen Stellplatz hatten wir schon ausgesucht. Es kübelte aber immer noch ordentlich, als wir uns Lüttich näherten, sodass wir uns dazu entschlossen, einfach weiter zu fahren.

Wohnmobile auf dem Campingplatz Gentele am Ortsrand von Brügge bei wechselhaftem Abendhimmel.

Campingplatz bei Brügge – überraschend gut

Die Lieblingsfrau suchte unterdessen einen Stellplatz am Ortsrand von Brügge aus. Der Campingplatz Gentele in Brügge war überraschend gut gelegen. Mit dem Rad in 15 Minuten in die Altstadt von Brügge, ein großer See nebenan und Einkaufsmöglichkeiten und Restaurants ebenfalls schnell mit dem Rad zu erreichen. Der Platz ist recht neu. Für 34 € die Nacht gab es alles inklusive. Als wir ankamen, war der Platz nur zu 60 Prozent belegt. Am Wochenende wird das sicherlich anders aussehen.

Nachdem wir uns eingerichtet hatten, ging es zum Essen und anschließend einkaufen. In Belgien sind viele Geschäfte auch Sonntags geöffnet. Die Preise sind übrigens in vielem höher als bei uns. Insbesondere wenn du essen gehen willst. Pizza für 20 € musst du dann auch wirklich wollen. Den Rest des Abends haben wir dann faul im Wohnmobil rumgelungert. 

Historische Backsteingebäude und Turm in der Altstadt von Brügge nahe dem Gruuthusemuseum.

Brügge Altstadt: voll, schön und trotzdem besonders

Die Altstadt ist erwartungsgemäß voll. Touris überall – war ja klar. Trotzdem sehr beeindruckend. Stadtführungen müssen bei uns immer sein. Das Schöne an solchen Führungen ist, dass man in der Regel Menschen aus aller Herren Länder kennen lernt. Meistens jedenfalls. Unsere Gruppe war irgendwie ein wenig bockig. Alle irgendwie distanziert. Was solls, dann eben nicht. Am besten lernt man die Menschen auf Foodtouren kennen. Richtig richtig gute Foodtouren hatten wir beispielsweise in Bangkok oder in Sevilla.

Tee und belgische Waffeln mit Puderzucker in einem Café in der Altstadt von Brügge.

Belgische Waffeln schlagen jede Sehenswürdigkeit

Was die Belgier mal so richtig gut können: Süßkram. Für mich erfordert das hier ein Höchstmaß an Selbstbeherrschung. Waffeln, Pralinen, Schokolade, Eis. Ich könnte mich den ganzen Tag durchfressen. Scheiß auf die Sehenswürdigkeiten. Und Bier. Bier können die auch. Naja, so schlimm war es dann doch nicht. Wir fanden ein richtig gemütliches Cafe, wo wir alles testen konnten. Zum Tee, ja genau zum Tee, gab es Waffeln und Pralinen zum Probieren aus eigener Herstellung. Hervorragender Kram.

Große Schokoladentafeln mit Nüssen in einem Schaufenster einer Chocolaterie in Brügge.

Zeebrügge und Blankenberge – Beton bis zum Horizont

Man erzählt sich ja, dass die belgische Nordseeküste total verbaut sein soll. Das wollten wir genau wissen und sind hingeradelt. Ungefähr ne Stunde, dann waren wir dort. Zuerst in Seebrügge, dann in Blankenberge. G r u s e l i g … ein Betonbunker neben dem nächsten. In Blankenberge gab’s sogar ne Seebrücke. Natürlich aus Beton, natürlich auch hässlich. 

Und kalt war es an dem Tag. Und windig. Wenigstens hatten wir in Blankenberge ne nette Kneipe gefunden, wo wir uns mit einem heißen Kakao aufwärmen konnten. 

Blick von der Seebrücke in Blankenberge auf Strand, Nordsee und die dichte Hochhausfront an der belgischen Küste.

De Haan und das verschwundene Meer

Dann hörten wir, dass es nicht überall so schlimm sein soll. De Haan beispielsweise. Am anderen Tag also wieder rauf auf’s Rad, ab nach de Haan. Naja, nicht ganz so schlimm aber immer noch nicht richtig schön. Egal, jetzt waren wir hier und sind runter zum Wasser. Das Meer hatte sich natürlich wieder vom Acker gemacht. Macht es übrigens immer, wenn ich an der Nordsee bin. Solange ich mich erinnern kann. Haut einfach ab. Verdammtes Meer. Trotzdem tat der lange Spaziergang am Strand gut.

Nach dem langen Strandspaziergang wollten wir an einer Strandbude noch was trinken, gemütlich in den kleinen Liegen sitzen und auf’s Meer schauen. Die Drinks kosteten selbstverständlich entsprechend. War uns von vornherein klar. Mal eben nen 10’er für 2 Dosen irgendeiner Mokkasahne-Plörre abgedrückt. Kann man machen. Dass wir dem Strandbudenvogel aber nochmals 50 Cent dafür abliefern sollten, damit wir in seinen kleinen Ikea-Kinder-Stoffstühlchen Platz nehmen können, um uns die für teuer Geld bei ihm gekauften Drinks zu genehmigen, fand ich schon frech. Wenigstens konnten wir für Umme aufs Klo. Hatte ihn aber vorher vorsichtshalber gefragt, wieviel Euro das wohl so kosten würde. Wäre gerade ein wenig Ebbe auf dem Konto, genauso wie hier mit dem Meer. Würde ich mir dann eventuell doch noch überlegen. Verstand er nicht, kuckte mich nur blöd an der Vogel. Geschenkt …

Weiter Sandstrand bei De Haan an der belgischen Nordseeküste mit Hund, Wolken und zurückgezogenem Meer.

Belgien-Fazit mit Wohnmobil: Brügge ja, Küste eher nein

Belgien … ich weiß nicht so recht. Bin mir nicht so sicher, ob mir das hier richtig gut gefällt. Die Woche war gut. Keine Frage. Campingplatz super. Brügge richtig gut. Unheimlich tolle Atmosphäre. Das Umland? Eher nicht so. Also, das was wir gesehen haben. Mag woanders besser sein. Hat uns alles nicht so richtig abgeholt. Hatten so das Gefühl – und dafür entschuldige ich mich schon mal bei allen Belgiern und bei denen, die mit einem Belgier verheiratet sind 😉 – Belgien ist der Rest von Holland, den keiner so richtig haben will. Essen gehen und einkaufen recht teuer. Holland ist da irgendwie anders. Da fährste hin, egal wo – schön. So jedenfalls unsere Erfahrung. Und wir sind da viel unterwegs.

Wetterchaos und vorzeitiges Urlaubsende

Eigentlich sollte es jetzt weitergehen. Ihr ahnt es vielleicht – Richtung Holland. Aber egal in welche Richtung wir auf der Wetterapp schauen, überall scheiß Wetter. Nach 1,5 Wochen beenden wir den Urlaub daher erstmal. Wenn das Wetter besser wird, zockeln wir wieder los. Und wenn es nur für ein Wochenende ist.

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Martin Pesch

Martin Pesch - Blogger, Fotograf und Autor. Ruheständler mit Reiselust und Hang zu kreativen Eskapaden. Mit Beginn des Ruhestands habe ich nun Zeit und Lust mein Leben in Worte zu fassen. Früher war mehr Dia-Abend, heute mehr Blog.

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