Hab ich wat anne Ohren? Angeblich höre ich ja nur das, was ich hören will. Gelegentlich auch mal das, was ich nicht soll. Soweit die Gerüchteküche. Aber in letzter Zeit stimmt wohl was mit meinem Fernseher nicht. Oder mit meinen Ohren?
Samstag war Tag der Trinkhallen. Trinkhallen… „Gehe er mal zur Trinkhalle und hole er mir ein Bier“, oder wat? Blödsinn. „Geh ma anne Bude…“ So is richtig.
Ich befürchte, hier hält der Schlendrian Einzug. Neulich stellte ich nämlich fest, dass ich den Monatsrückblick für Juni nicht geschrieben hatte. Und beim Blick auf den Kalender fiel es mir wie Schuppen aus den Haaren oder von den Augen, wer weiß das schon so genau, dass der Rückblick für den Juli noch nicht mal angefangen wurde. Einfach wieder vergessen. Verdelli …
Am letzten Wochenende machte ich eine Zeitreise. Diese Reise brachte mich an einen Ort meiner Kindheit. den ich regelmäßig mit meinem Vater besuchte. Auch als junger Mensch war ich oft mit Freunden dort. Was ich jetzt dort vorfand, hat meine Vorfreude doch ziemlich getrübt.
Die Radfahrerlandschaft zeigt auffälig oft das gleiche Bild, wenn Paare eine gemeinsame Radtour machen. Er vorne weg, sie hinterher. Ordnungsgemäß mit Helm, Fahrradoutfit und Warnweste ausgerüstet, geht es mit dem E-Bike auf Tour. Packtaschen fehlen ebenso wenig wie Spiegel, Navi, Halterung fürs Handy und Trinkflaschen. Er gibt vorne ordentlich Gas – weil ganzer Kerl – sie mit deutlichem Abstand hinterher, weil rasen ist nicht so ihr Ding.
Hach … heute Morgen ging’s ja mit den Temperaturen. Da fällt das Atmen irgendwie leichter und die Luft ist sehr angenehm. Die dicken Hummeln scheinen das auch so zu sehen.
Ist das nur bei uns so? Oder bei euch auch? Offensichtlich interessiert die anstehende Fußball-WM kein Schwein. Keine Autos, die mit diesen bekloppten Flaggen geschmückt sind, keine Fahnen an den Häusern – nix irgendwie. Warum nur? Dabei sollten wir dem schwachsinnigen Möhrenmann und seiner devoten Billardkugel der FIFA doch dankbar sein. Es geht doch um Völkerverständigung. Einigkeit. Oder etwa nicht?
Ich bin wieder zu spät. Eigentlich bin ich selten zu spät. In dieser Sache allerdings regelmäßig. Je näher das Ende des Winters kommt, desto mehr Dinge schwirren in meinem Kopf herum, die ich mit Beginn des Frühjahrs machen will. Sind die berühmten R-Monate rum, fällt es mir wie Schuppen aus den Haaren: Mensch, du hast ja noch die Winterreifen drauf.
Neulich las ich, dass das Leben ohne den Tod nicht zu haben sei. Dieser Spruch ist für unsere aktuelle Situation sehr passend. Denn im Moment wird um uns herum recht viel gestorben. Mit direktem oder indirektem Bezug.
Weihnachten vorbei, Sylvester vorbei, Schneechaos vorbei. Mein Alltag wird wieder normaler und ich versöhnlicher. Zeit, um wieder mit Unternehmungen zu starten – geplant oder ungeplant.



































